Film-Klassiker & Content Marketing Teil 2

10 Film-Klassiker, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte

Teil 2 – Von Helden, Schönheit und Mut

 

Abgucken von Hollywood ist erlaubt und kann vielen Filmproduktionen im Content Marketing helfen. Die Budgets sind zwar nicht mit denen der Film-Klassiker zu vergleichen, Kreative und Produzenten arbeiten aber genauso engagiert für einen erfolgreichen Film. Sie nutzen die gleichen Prinzipien. Im ersten Teil präsentierten 5 Film-Klassiker die Themen Timing, Plots und Szenenbild. Hier die nächsten 5 herausragenden Filme, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte.

Helden – Slumdog Millionaire

Jeder Film braucht einen Helden. Mit Held ist kein Krieger gemeint. Ein Held kann auch ein Stotterer sein („The Kings Speech“). Die Reise des Helden ist Teil der besten Geschichten in allen Kulturen. Egal ob in Berlin oder Bombay. Und wenn dann noch die perfekt passende Dosis Pathos dazu kommt, entsteht daraus ein erfolgreicher Film wie „Slumdog Millionaire“. Aus dem Slum in die Bettelbande, von dort in die TV-Show – Jamal hungert, wird gefoltert, verprügelt, getreten, und schlägt sich durch, bis er die Liebe seiner Kindheit wieder findet: Latika. In diesem Moment ist die Heldenreise beendet, wie der Film, der aus vielen Miniatur-Heldenreisen besteht. In einer wird Jamal in Sekunden vom Straßenjungen zum gut verdienenden und cleveren Tour-Guide…

Sound – Matrix

Dieser Film ist berühmt für die Bullet-Time-Effekte. Kampfszenen in denen Neo und Agent Smith waagerecht in der Luft stehen bleiben, während die Kamera um sie herum fährt. Daran erinnert sich jeder Zuschauer, der „Matrix“ gesehen hat. Erinnert man sich an Soundtrack, Sound-Design und Ton-Schnitt? Eher nicht, obwohl es den Sound-Designern gelang, das Geräusch fliegender Pistolenprojektile zu „verbiegen“, identisch zum biegen der Zeit in den Bullet-Time-Szenen. Man kann sogar behaupten: Der Sound macht den Film. Wer’s nicht glaubt, sehe sich diese Szene ohne Ton an… Zwei Oscars verlieh die Academy für „Bester Tonschnitt“ und „Bester Ton“. Selbstverständlich nicht nur für die großen Effekte, sondern für den Gesamteindruck. Dazu gehören eben auch Details die nicht teuer sind, aber den Unterschied machen, wie das Unheil verkündende Rascheln der Zeitung im U-Bahnhof…

Zeit – Der Pate

Drei Minuten lang ist die Eröffnungseinstellung dieses Films. Drei Minuten ohne Schnitt. Drei Minuten lang erzählt ein italienischer Geschäftsmann vom Schicksal seiner Tochter, die überfallen wurde. Am Ende flüstert er dem Paten seinen Rachewunsch ins Ohr. Drei Minuten. Ohne Schnitt. Zeit bekommt eine neue Dimension in Francis Ford Coppolas „Der Pate“. Er nutzt sie aus bis zum letztmöglichen Moment. Die scheinbar nicht endende Kamerabewegung zieht den Zuschauer förmlich in das Geschehen hinein. Handbewegungen in dieser Einstellung sind spärlich und langsam und verstärken den Sog. Zum Zeitpunkt des Umschnitts auf das Gesicht von Don Corleone kommt man schon nicht mehr von diesem Film los…

Schönheit – Tiger and Dragon

Ästhetik ist das Werk des Director of Photography. Peter Pau heisst der Mann, der „Tiger and Dragon“ zu dieser Schönheit verholfen hat, und damit einen Oscar gewann. Der Film von Ang Lee ist eine Komposition anmutiger Bildern, die sogar Kampfszenen zu Gemälden machen. Dabei beeindruckt der Film nicht durch üppige Ausstattung wie das „Grand Budapest Hotel“. Im Gegenteil. Die Reduktion auf das Notwendige macht die Kameraarbeit noch wichtiger. Martial-Arts-Ästhetik, schwebende Kämpfer, fliegende Schwerter, fliessende Bewegungen: Beeindruckend wie die Kamera ein Teil dieser Welt wird, wie sie Sinnlichkeit und Schönheit multipliziert. Und das unaufdringlich, als gäbe es sie nicht. Die Originalversion in Chinesisch ist eine der schönsten Kampfszenen im Film …

Mut – Russian Ark
Sie hatten noch einen Versuch. Für eine Kamerafahrt reichte die Kapazität des Festplattenrekorders noch. Aber diese Fahrt war lang. Sehr lang. Sie führte in 90 Minuten durch 35 Räume an 1500 Schauspielern und Komparsen vorbei. Ein Film in einer Einstellung, in einer Streadicam-Fahrt – so etwas hatte noch niemand gewagt. „Russian Ark“ ist der erste Spielfilm, der in nur einer Einstellung gedreht wurde. Solch eine Produktion erfordert ungeheuren Mut und handwerkliche Präzision, um das Risiko beherrschbar zu machen. Ohne Mut keine herausragenden Filme.„Russian Ark“ verlangte penible Arbeit in der Konzeptionsphase und Produktionsvorbereitung. Regisseur Alexander Sokurow und Kameramann Tilman Büttner („Lola rennt“, „Der Untergang“) mussten nicht nur ein passendes Drehbuch für einen Film ohne Schnitt entwickeln. Sie mussten für den Film ohne Schnittmöglichkeit viel Lichttechnik verstecken. Proben in der Eremitage in St. Petersburg gab es nicht. Am Tag des Drehs musste alles funktionieren…

 

Was Content Marketer von Film-Klassikern lernen können:

– Helden inszenieren, egal ob Menschen oder Produkte
– Sound gestalten, der pusht jeden Film
– Zeit nutzen, dehnen oder komprimieren
– Schönheit wollen, und so produzieren
– Mut haben, und auf den des Kunden hoffen

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