Film-Klassiker und was man im Content marketing daraus lernen kann

10 Film-Klassiker, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte

Teil 1 – Von Timing bis Szenenbild

Filmproduktionen im Content Marketing haben nicht das Budget der Film-Klassiker, dafür aber genauso engagierte Kreative und Produzenten an ihrer Seite. Und die erreichen ihre Erfolge nach den gleichen Prinzipien. Abgucken von Hollywood ist erlaubt und hilft.

Timing – One, Two, Three

Timing ist nicht alles, aber hilft jedem Film. Wenn jemand uns Nachhilfe in Timing geben darf, dann Hanns Lothar und James Cagney in „Eins, Zwei, Drei“. Sie spielen, wie der Titel es verlangt. Die Dialoge sind auf den Punkt geschrieben und von den Schauspielern mit dem Glanz perfekten Timings versehen. Und Timing ist nicht nur Tempo. Legendär der Auftritt von Schlemmer. Der Film ist ein Meisterstück von Billy Wilder, denn die Rasanz zieht sich durch den ganzen Film. Ein Coca-Cola-Geschäftsführer versucht in Berlin die Tochter seines Bosses davon abzubringen, einen Kommunisten zu heiraten. Zunächst muss sich der Manager aber an Deutschland im Jahr 1961 gewöhnen…

Brüche – Skyfall

Dass Helden zu Beginn eines Films sterben, funktioniert nur bei Game of Thrones. Und dann auch nur, weil schon neue Helden aufgebaut sind. Darf James Bond sterben? Nein. Oder besser: zumindest nur vorübergehend. In „Skyfall“ glaubt man nur Sekunden daran, dass Bond tot ist. Er wird auferstehen, irgendwie. Aber wie? 007 kehrt zurück als Trinker, der zu langsam für den Job geworden ist und die Tests beim MI6 nicht besteht. Peinlich. Und deswegen großes Kino. Unversehrte Roger-Moore-Gesichter nach einer minutenlangen Schlägerei kann kein Publikum mehr sehen. Ein Held ist erst dann einer, wenn er etwas verliert, wenn er einen Preis zahlen muss, wenn er – Brüche hat. Und es uns zeigt …

Plot – Pulp Fiction

Plot. Man könnte auch sagen: Überraschung. Der Plot verändert die Vorstellung der Zuschauer davon, wie sich die Story weiter entwickelt. Jeder Film hat Plot-Points, aber auch jede gute Szene. Die Story ändert danach ihre Richtung hin auf ein bisher unbekanntes Ziel. Genauso wie Jules und Vincent in „Pulp Fiction“ ihr Fahrtziel ändern müssen. Schuld daran ist ein Hubbel in der Straße. Und diese Bodenwelle wiederum ist Schuld am Tod von Marvin, einem Komplizen. Und wenn ich so weiter schreibe, entsteht nie ein Plot-Point. Deswegen hier ein Ausschnitt aus einem grotesken Film, dem wir aber immer glauben, weil Quentin Tarrantinos absurde Plots die Story permanent in eine unerwartete Richtung treiben…

Dramatisierung – All the President’s Men

Knarzende Kellertreppe in einem schaurigen Motel – ist spannend. Duell in der Westernstadt – spannend. Riesenwelle vor Fischkutter – auch spannend. Aber eine Unterhaltung in einem Parkhaus? Ein Film über zwei Journalisten holt vier Oscars?! Wie ist das möglich? Weil „All the President’s Men“ fast ohne Dramatisierung auskommt, und dennoch Spannung aufbaut – durch fein dosierte Inszenierung. „Just follow the money!“ raunt Deep Throat in der Tiefgarage. Sein Gesicht sieht man nie. Dennoch entsteht eine knisternde Spannung. Schafft es Journalist Woodward den entscheidenden Tipp vom Informanten zu bekommen, um die Machenschaften der Republikaner im Wahlkampf aufzudecken? Als der Film 1976 Premiere hatte, waren Watergate, Washington Post, Woodward und Bernstein schon Legende. Und dennoch ist „Die Unbestechlichen“ spannend bis zum Schluss. Wie Journalismus eben sein kann, wenn man auf Mätzchen verzichtet, wo sie nicht passen…

Szenenbild – Grand Budapest Hotel
„Our task was to find a great old hotel, and build a production around that“, sagt Wes Anderson über die Produktion des „Grand Budapest Hotel“. Das grandiose Szenenbild und Kostümdesign entführt in eine eigene Welt und ist made in Görlitz, Germany. Szenenbild im Content Marketing? Ja. Das Prinzip bleibt, egal wieviel Budget im Spiel ist. Ein gut überlegtes Szenenbild unterstützt die Botschaft des Films oder zerstört sie. Allein das Aufräumen des Vorstandsschreibtisches im Hintergrund eines Interviews kann das Szenenbild erheblich verbessern. Für das „Grand Budapest Hotel“ ist Anderson natürlich den entgegen gesetzten Weg gegangen. Welchen, erklärt er selbst…

Was Content Marketer von Filmklassikern lernen können:
– Timing etablieren, im Bild und in der Montage
– Brüche erlauben, die machen das Publikum neugierig
– Plots entwickeln, am besten mehrere
– Dramatisierung überprüfen, weniger ist mehr
– Szenenbild beachten, auch ohne Budget

In der kommenden Woche Teil 2 mit Helden, Filmmusik, Schönheit, Mut und Zeit
Welche Film-Klassiker würden Sie empfehlen? Schreiben Sie mir.

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Redaktion Journalisten und Marketer

Journalisten und Marketer: Ähnlicher als gewollt! [BLOG]

Old School ist das nächste große Ding [Gastblog]

Es gibt zwei Berufsgruppen, die traditionell nicht gut aufeinander zu sprechen sind, Journalisten und Marketer. Dabei haben beide Gruppen mehr Gemeinsamkeiten, als den einen lieb und den anderen bewusst sein mag. Zum Beispiel: Ein mieses Image. Und: Eine einzige Chance, in Zukunft nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Aber der Reihe nach.

 

Gemeinsamkeit 1: Beide Berufe sind entzaubert.

Im Ranking der angesehensten Berufe landen Journalisten und Marketer regelmäßig auf den hintersten Plätzen, gerade mal noch vor Versicherungsvertretern und Politikern. Dem Selbstverständnis beider Berufsgruppen tut das keinen Abbruch. Die einen sehen sich als unverzichtbare Weltenerklärer, die anderen als smarte Verbraucherflüsterer. Da ist einiges zu optimieren bei der Selbst- und der Fremdwahrnehmung.

 

Gemeinsamkeit 2: Beide Berufsgruppen haben einen neuen Chef, den Nutzer.

Über dieses Internetz hat sich ein neuer Bestimmer in das Leben der Inhaltsanbieter geschlichen, der Nutzer. Der Nutzer ist ein ungnädiges Wesen. Wenn ihm etwas nicht gefällt, wird er zum Troll und behauptet: „Ich bin das Volk!“ Oder er bleibt einfach weg, für immer.

Journalisten und Marketer haben einen neuen Chef, den Nutzer

ems – (c) Thomas Knetsch

Gemeinsamkeit 3: Der Chef hat ADHS.

Was waren das noch für Zeiten, als es gerade mal drei Fernsehsender, ein paar Radiosender und eine Handvoll wichtiger Zeitungen gegeben hat. Da hat man mit einer Anzeige, mit einem Beitrag gleich tausende von Menschen erreicht. Und heute? Da gibt es hunderte von Sendern und Mediatheken, es gibt YouTube und dieses Facebook. Kein Wunder, dass der Chef zwischen knalligen Überschriften und bunten Bildern hin- und herspringt wie ein hyperaktiver Teenie mit Aufmerksamkeits-Störung. Mit Ausdauer und Treue hat er´s gar nicht mehr.

 

Gemeinsamkeit 4: Der Chef macht´s sich selbst.

Manche Journalisten und Marketer geben sich inzwischen mehr Mühe als früher, aber auch sie können den Chef nicht davon abhalten, immer öfter selbst den Weltenerklärer und Verbraucherflüsterer zu spielen. Er schreibt Buchrezensionen bei Amazon, kommentiert das Weltgeschehen bei spiegel.tv und veröffentlicht halbe Reisereportagen bei ab-in-den-urlaub.de. Bei Facebook und Twitter führt sich inzwischen jeder wie ein Influencer auf. Das Geschäftsmodell der hauptamtlichen Inhaltsanbieter und Einflussnehmer ist ramponiert.

 

Gemeinsamkeit 5: Journalisten und Marketer sind käuflich.

Journalisten sehen gern auf Marketer herab, weil die ja ihre Texte, Bilder und Infos gegen Geld verbreiten und nichts anderes sind als die Stimme ihrer Herren. Ja und?

Marketer geben im besten Fall Unternehmen, Verbänden und Menschen eine Stimme, die etwas Sinnvolles anzubieten haben, aber keine Kommunikations-Profis sind. Weswegen sollten sie das unentgeltlich tun? Und auch Journalisten arbeiten ja nicht ehrenamtlich. Sie brauchen das Geld und das Wohlwollen von Werbekunden und Käufern, von Politikern und Interessenvertretern. Und so finden immer wieder Beiträge Eingang in den redaktionellen Teil, die – na, sagen wir: nicht direkt aus journalistischen Erwägungen heraus entstanden sind.

Journalisten und Marketer sind Getriebene

ems – (c) Thomas Knetsch

Gemeinsamkeit 6: Journalisten und Marketer sind Getriebene.

Nicht genug, dass die Anbieter von Inhalten den Nutzern heute hinterjagen müssen, hinzu kommt, dass sich die Spielregeln dafür auch noch dauernd ändern. Hier ein neues Werkzeug, da ein neues Endgerät. Sehr unübersichtllich das Ganze, sowohl für Journalisten als auch für Marketer.

Also sollen sich beide Berufsgruppen gleich zusammenschmeißen, gegenseitig ihr Leid klagen und die Sinnfrage stellen? Gemach, gemach. Es gibt ja nicht nur Gemeinsamkeiten.

Der feine Unterschied: Journalisten und Marketer verfolgen unterschiedliche Ziele. Die einen wollen die Welt möglichst wirklichkeitsgetreu beschreiben, die anderen die Wirklichkeit im Sinne ihrer Auftraggeber in ein eigenes Licht setzen. Beides ist legitim, und beides kann nützlich sein. Aber beides funktioniert in Zukunft nur noch dann, wenn Journalisten und Marketer dem Chef nicht länger mit hohlen Sprüchen, halbgaren Geschichten und Lügenmärchen kommen.

Gemeinsamkeit 7: Beide Berufsgruppen müssen sich ganz old school auf Relevanz und Ethik besinnen.

In Zeiten von Multimedia-Kanälen mit Kommentarfunktion und Sozialen Netzwerken kommt keiner mehr mit Lieblosigkeit und verdrehten Wahrheiten durch. Die Netzgemeinschaft spießt gnadenlos jeden Fehler auf, prangert Widersprüche an und straft jeden ab, der Zeit stiehlt und Unfug behauptet.

Wer heute professionell Inhalte herstellt und verbreitet, muss sich mehr noch als früher fragen: Was bringt das dem Nutzer? Erfährt der eine wertvolle Neuigkeit? Hilft ihm das, sich in seinem Leben zu orientieren? Amüsiert ihn das, berührt ihn das? Und schafft das eine Grundlage für Sympathie und Vertrauen, damit er auch in stürmischen Zeiten zu mir hält?

Journalisten und Marketer verkaufen heute „Storytelling“ als großes Ding. Das ist ein hübscher neuer Begriff – und in Wahrheit ein alter Hut, weil Storytelling nichts anderes ist als die Besinnung auf lang vernachlässigte Tugenden.

 

Mein persönliches Fazit: In diesem Internetz kann heutzutage grundsätzlich jeder seine Stimme erheben und eine Welle oder einen Sturm auslösen. Langfristig Erfolg haben aber nur Anbieter, die verlässlich relevante Inhalte liefern und sich durchgängig ethisch einwandfrei verhalten.

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Titelbild: ems - (c) Raphael Knop

Michael Neugebauer arbeitet leidenschaftlich gern für Professionalität, Relevanz und Ethik, auf allen Seiten.
Er ist Fortbildungsleiter der Medienschule ems. Das Kerngeschäft ist die Ausbildung von journalistischem Nachwuchs.
Heutzutage sind im Marketing-Bereich vergleichbare Fähigkeiten gefragt und aktuell dringend gesucht. Die ems bietet mit Start am 2.Mai 2016 zum ersten Mal ein einjähriges Traineeprogramm für Content Marketing Producer an, unterstützt vom Fachverband content marketing forum cmf und in Zusammenarbeit mit namhaften Agenturen.

 

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Die Fülle der Aufgaben im Social Media Marketing können wie ein Wald wirken

Social Media Marketing: Alle müssen mitmachen! [RANT]

Der beste Content ist die Expertise der Mitarbeiter

 

Kennen Sie das?

Zig Kanäle, auch einen Plan, multimedial, Cross Channel und so – aber in der Umsetzung kommt einem gerne mal der Alltag dazwischen.

Konzeptionierung, Angebote schreiben, Meetings sind oft scheinbar wichtiger.

 

Falsch! Kontinuität im Social Media Marketing ist wichtiger!

 

Und am wichtigsten: Das gesamte Unternehmen muss mitziehen.

 

Um das zu erreichen muss jedem im Unternehmen klar sein, welche Ziele im Social Media Marketing verfolgt werden.

Und diese Ziele müssen immer für alle sichtbar sein. Was schon in der Studenten-WG funktionierte, klappt auch im kleinen Unternehmen. Damals war es der Putzplan heute ist es der Social Media Plan.

Der Social Media Plan hält fest welche Möglichkeiten es für Mitarbeiter gibt, sich zu beteiligen, welche Kanäle bespielt werden und wie häufig.

 

Wie der Social Media Plan funktioniert:

  • Erfassen Sie alle Social Media Aufgaben
  • Definieren Sie Aufgaben, die pro Tag, Woche und Monat zu erledigen sind
  • Veröffentlichen Sie den Plan für alle Mitarbeiter – online oder am Schwarzen Brett

Bei der Wahl der Aufgaben gibt es keine Grenzen. Kommentare bei Facebook, in Blogs, in Zeitungen oder Magazinen, Gruppenbeiträge und Gruppenkommentare in LinkedIN oder bei Facebook, Likes auf Pinterest, Bilder bei Instagram – sind sehr gute Möglichkeiten Ihre Mitarbeiter beim Social Media Marketing zu beteiligen.

Und jeder Mitarbeiter der etwas zum Social Media Marketing beiträgt, hakt die entsprechende Position für diese Woche ab.

Falls Sie Probleme haben genug Mitarbeiter zu motivieren, machen Sie ein Spiel daraus. Eine monatliche Rangliste der Social Media Champions kann Wunder wirken.

 

Der Social Media Marketing Wald lichtet sich

Legen Sie für ihre Kollegen und Mitarbeiter die Brotkrumen aus, die Sie sicher durch den Social Media Wald führen.

 

Darf Social Media Marketing beliebig werden?

Natürlich nicht. Der Social Media Pro hält die Hand drüber: Audit und Analyse müssen sein. Selbstverständlich müssen Sie aber Ihre Mitarbeiter im Umgang mit den verschiedenen Kanälen schulen.

Wer welche der Social Media Aktivitäten durchführen soll, darf und vor allem möchte, muss besprochen sein. Sie müssen auch den Ton der Texte und  angebrachte Themen festlegen. Und damit es keine Shitstorms gibt natürlich auch, welche Themen besser nicht angefasst werden.

Und dann kann es losgehen – im gesamten Unternehmen.

Hat man eine halbe Stunde Zeit, kann man noch schnell vor Feierabend einen Facebook Post des Kunden kommentieren, kein Problem, abgehakt.

Der Marketing Chef kann kurz was zum Content Marketing kommentieren, der Ingenieur beurteilt die neuesten Softwareentwicklungen, die Designerin den neuen innovativen Bürostuhl auf Pinterest.

Bleiben Sie im Gespräch, diskutieren Sie mit, zeigen Sie ihre Kompetenz an so vielen Punkten wie möglich.

Nehmen Sie ihren Kollegen die Angst und ermutigen Sie sie, ihre wertvollen Einblicke in das Unternehmen zu teilen. Und haben sie keine Angst ihr Unternehmen zu öffnen.

Persönlich und unvermittelt sind die Gebote der Stunde.

Lässt sich das skalieren?

Natürlich. In großen Unternehmen gilt genauso: je näher der Kunde an das Produkt, an die Produktion usw. herankommt, umso authentischer nimmt er die Marke war. Das heißt: Ingenieure an die Social Media Marketing Front.

Und wer weiß, vielleicht hat ja einer von ihnen ein Talent fürs Geschichten erzählen.

 

Falls Sie Hilfe beim Erstellen Ihres Social Media Plans benötigen oder Fragen zu den Themen Video, Content Marketing oder Social Media haben: Rufen Sie uns an!

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Die Brücke zwischen Games und Content Marketing

Games und Content Marketing – Let’s Play

6 Dinge, die Content Marketer von Games lernen können

 

Wenn wir als Content Marketer Geschichten erzählen denken wir nicht nur über das „Was“, sondern mindestens genauso viel über das „Wie“ nach. Zeit also sich mal wieder etwas Inspiration zu holen.

Auf dem diesjährigen Gamescom Kongress ging es auch um Storytelling. In Sachen Engagement sind Spiele ein interessantes Medium. Wie TV, Radio, Webseiten oder Zeitung sind sie geschaffen, um uns zu unterhalten. Und Games sind gut darin.

Fast die Hälfte aller Deutschen spielt digitale Spiele. Tendenz steigend. Ein Grund für diese Beliebtheit ist der Umgang von Games mit Storytelling und Emotionen. Zwei Komponenten, die Games und Content Marketing gemeinsam haben und über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Spiele sind Content, der uns total in den Bann zieht

Schauen Sie sich dieses Foto an:

 

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass die Zielgruppe, mit der sie zu reden versuchen, Sie genauso anschaut?

So sehen wir aus, wenn wir Content konsumieren. Die Menschen auf dem Foto schauen Fernsehen. Anteilnahme sieht anders aus. Dabei muss der Content, den Fernsehen uns liefert nicht einmal schlecht sein. Immerhin entscheiden wir uns ihn anzusehen.

Kunden sollten so auf Games und Content Marketing reagieren

http://www.mrtoledano.com/gamers/03

Games und Content Marekting : So sieht ein begeisterter Gamer/Kunde aus

http://www.mrtoledano.com/gamers/04

 

Diese Gesichter zeigen Menschen beim Spielen eines Videospiels. Die Gamedesignerin Jane McGonigal beschreibt das Spielen eines Spiels als den freiwilligen Versuch, unnötige Hindernisse zu überwinden. Und tatsächlich enthalten viele Spiele Mechanismen, die wir im echten Leben als unangenehme Arbeit empfinden würden. Spieler verbringen viel Zeit damit Dinge zu sammeln, eine Vielzahl von Methoden immer wieder aufs Neue zu testen und die immer gleichen Gegner für eine bestimmte Belohnung zu bekämpfen. Der Unterschied zwischen Arbeit und Spiel ist die Geschichte, die die Tätigkeit umgibt. Das Storytelling eines Games lässt unsere Entscheidungen bedeutsam genug erscheinen, dass wir uns emotional darauf einlassen.

 

Der Schlüssel sind Emotionen.

Wir kennen den Effekt, den Games auf uns haben aus eigener Erfahrung. Die Maus fest umklammert, den Blick fest auf den Bildschirm gerichtet, alles andere ausgeblendet. In Spielen erlebte Emotionen fühlen sich genauso real an wie im „Real Life“. Der Gewinn der Weltmeisterschaft an der Konsole fühlt sich an, als hätten wir gerade ein Fußballspiel auf dem Platz gewonnen.

Einige der Erzähl-Techniken lassen sich auf das Storytelling im Content Marketing übertragen:

 

  1. Identifikation mit den Protagonisten

Games und Content Marketing benötigen die Identifikation mit einem bestimmten Charakter, um uns näher an die Geschichte zu bringen. Games sind darin besonders stark, weil wir nicht nur die Geschichte eines Charakters miterleben, sondern selbst Teil der Geschichte werden und so selbst fühlen, statt nur mit zu fühlen. Übertragen auf Content Marketing heißt das, glaubwürdige und interessante Charaktere anzubieten, mit denen unsere Zuschauer sich identifizieren können. Dazu muss kein fiktionaler Charakter oder ein Maskottchen erfunden werden. Ein überzeugender Mitarbeiter oder Kunde können ebenso Fläche für Identifikation bieten.


Identifikation mit der Hauptfigur: Joel and Sarah in „The Last of Us“

 

  1. Die Geschichte untereinander weitererzählen

In Multi-Player-Games finden sich große Gruppen von Menschen in ihrer digitalen Welt zusammen, um gemeinsam eine Herausforderung anzugehen. Oft hat dabei jeder eine spezifische Aufgabe und trägt mit seinen Fähigkeiten zum Erfolg der Gruppe bei. Jeder Teilnehmer wird gebraucht und kann gleichzeitig nur in der Gruppe zum Erfolg kommen.

Als Content Marketer können wir unseren Online-Communities Storylines geben, die sie gemeinsam entdecken können. Inhalte können gegenseitig geteilt werden, Empfehlungen ausgesprochen werden oder Informationen zu einem neuen Thema hinterlassen werden, die anderen weiterhelfen. Manche Spiele haben ihre Fans dazu veranlasst ganze Wikis mit Hintergrundinformationen und Spekulationen zu füllen. http://de.wow.wikia.com

So werden die Lücken zwischen den einzelnen Erzählsträngen in den unterschiedlichen Medien gefüllt und zusammengefasst. Cross-Media mit Beteiligung der Community – so wie in diesem Video, indem ein Aspekt der WoW-Welt zusammengefasst wird.

Game & Comic: Aus beiden entsteht in diesem Video die ganze Story

 

  1. Einfluss nehmen auf den Verlauf der Geschichte

Computerspiele haben die Art und Weise, wie wir Storytelling konsumieren demokratisiert. Spieler nehmen direkt an der erzählten Geschichte teil und haben Einfluss auf ihre Entwicklung. Spannend daran ist, je interaktiver das Storytelling, desto komplexere Geschichten können erzählt werden. Interaktivität lässt uns tiefer in den angebotenen Content eintauchen und macht ihn, auf Grund seiner Variabilität, interessanter.

Content Marketing kann Geschichten entwickeln, die von der Community vorangetrieben wird. Durch Informationsaustausch können Nutzer sich einen Charakter oder eine Storyline erschließen, über Fortsetzungen spekulieren und Geschichten selbstständig weitererzählen. Als Storyteller können wir ihre Ideen aufgreifen und verarbeiten, Erkennen wofür sie sich unsere Zielgruppen besonders interessieren und mehr zu diesem Thema anbieten.

 

  1. Nicht alles sofort erzählen

Gute Geschichten sind dicht genug um sie über einen längeren Zeitraum und mehrere Kanäle hinweg auszudehnen. Episodisches Erzählen motiviert auf einen Kanal zurück zu kehren. Serie können Beiträge von verschiedenen Personen zu einem Thema, verschiedene Aspekte eines Themas oder verschiedene Inhalte in einer wiedererkennbaren Form. Entscheidend ist, Zusammenhänge erst nach einer Gewissen Zeit preis zu geben. Das schafft Spannung. In Games und Content Marketing gleichermaßen.

Ein Blick zurück: Charaktere in „The Walking Dead“ geben Einblick in Zusammenhänge

 

  1. Den Nutzer entdecken lassen

Schicken Sie Ihre Nutzer auf eine Reise durch Ihre Kanäle. Und verbergen Sie Teile Ihrer Geschichte hinter interessanten Herausforderungen oder bauen Sie Cliffhanger in Ihre Inhalte ein. Inhalte können auch über mehrere Kanäle ausgebreitet werden und ergeben erst nach dem Besuch des gesamten Angebots ein weiteres großes Bild. Vielleicht ist der Verlauf einer Geschichte auch scheinbar anders, je nachdem, von welcher Seite ein Nutzer sich ihr nähert.

Sieben Interviews -eine Frau: Entdecke „Her story“ – Trailer“

 

  1. Den Mehrwert der Inhalte steigern

Wichtig bei alle dem: es muss sich lohnen. Belohnen Sie Ihre Nutzer in Games und Content Marketing indem Sie mit fortschreitende Geschichte einen Mehrwert anbieten. Das kann ein preisgegebenes Geheimnis am Ende einer Videoserie sein, die Offenbarung eines Charakters oder ein Blick hinter Ihre Kulissen.

 

Spiele sind erfolgreich, weil wir aktiv an ihrer Story teilhaben können. Als Content Marketer können wir unser Storytelling und unsere Kanäle für unsere Nutzer öffnen. Ihre Interaktion führt nicht nur zu neuen Erkenntnissen und Ideen für weitere Inhalte, sondern bringt sie näher an unser Angebot heran.

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