Employee Advocacy ist ein wichtiger Bestandteil der UNternehmenskommunikation

Employee Advocacy – So werden Ihre Mitarbeiter Markenbotschafter

Teil 6 unserer Serie „Was ist Employer Branding? Und wenn ja, wie viele?“

Ihre Mitarbeiter arbeiten gerne bei Ihnen?

Sie haben sich beim Onboarding alle Mühe gegeben, den neuen Mitarbeiter in das Unternehmen zu integrieren? Dann ist es höchste Zeit, diese zufriedenen Kunden … äh … Mitarbeiter als Markenbotschafter zu nutzen.

 

Identifikation mit dem Unternehmen

Damit ein Mitarbeiter überhaupt den Drang verspürt, Markenbotschafter für seinen Arbeitgeber zu werden, sollte er sich zunächst mit dem Unternehmen identifizieren. Nur so wird er freiwillig seinen guten Ruf im Bekannten- und Freundeskreis riskieren, um die Botschaften und Produkte seines Arbeitgebers zu teilen.

Die emotionale Bindung an das Unternehmen, das sogenannte Employee Engagement, wirkt sich primär auf die Produktivität der Arbeitnehmer und damit auch auf den Unternehmenserfolg aus.

„While people define engagement in various ways, I prefer a plain and simple definition: People want to come to work, understand their jobs, and know how their work contributes to the success of the organization.“ – John Baldoni

 

Employee Engagement verbessert die Bleibe-Rate der Arbeitnehmer und fördert die Produktivität. Nach einer Gallup Umfrage gibt es in Unternehmen mit stark indentifizierten Mitarbeitern weniger Unfälle, weniger Verletzte und eine höhere Qualität der Arbeit.

Die positive Erfahrung, die Ihr Arbeitnehmer in Ihrem Unternehmen macht, kann auch für das Marken-Image und Employer Branding genutzt werden. Persönliche Kontakte und Gespräche haben eine stärkere Wirkung als Werbebanner oder Stellenanzeigen.

„The most credible form of advertising comes straight from the people we know and trust. Eighty-three percent of online respondents in 60 countries say they trust the recommendations of friends and family, according to the Nielsen Global Trust in Advertising Report released today. This level declined one percentage point from 2013 (84% in 58 countries).“

 

Teilhabe an der Kommunikation

Zwei Unternehmensbereich profitieren besonders von Employee Advocacy: Im HR-Bereich kann über persönliche Kontakte nach passenden Arbeitnehmern gesucht und das Image des Unternehmens als Arbeitgeber gepflegt werden. Im Vertrieb kann das Vertrauen in die Produkte gestärkt werden. Deshalb ist es wichtig, Mitarbeiter aus HR und Vertrieb in Maßnahmen zur Stärkung der Employee Advocacy einzubinden.

Ein schöner Nebeneffekt: Die Mitarbeiter dieser Abteilungen sollten besonders motiviert sein, an Kampagnen mitzuwirken.

Weit verbreitet und von Experten empfohlen ist die Einbindung der eigenen Mitarbeiter auf der Webseite. Erster Einstieg der Mitarbeiter in die Teilnahme an Kampagnen ist dabei oft die Überlassung des Rechts am eigenen Bild. Schon dafür muss zumindest eine gewisse Identifikation vorhanden sein. Und von beiden Seiten die Einschätzung, dass man auch künftig zusammenarbeitet.

Die Teilnahme an Bewegtbild-Produktionen ist der nächste Schritt und eine großartige Möglichkeit, sowohl die Bindung an das Unternehmen zu steigern, als auch die Mitarbeiter als Botschafter zu nutzen. Seien Sie mal ehrlich: Sie würden einen Unternehmensfilm, in dem Sie einen großen Auftritt haben auch mit den Freunden und der Familie teilen, oder?

 

Social Media Engagement

Ihre Mitarbeiter aktiv an der Unternehmenskommunikation zu beteiligen, ist für viele Unternehmen noch nicht denkbar. Sie wollen die Kontrolle behalten aus Angst davor, dass Betriebsgeheimnisse verraten, unvorteilhafte Fotos vom Chef veröffentlicht, oder die Marke beschädigt wird.

Reality Check! Die Kontrolle, wer wo wie über Sie redet haben Sie schon verloren. Auf Google Maps, Facebook, Yelp, TripAdvisor und Kununu. Sollten unglückliche Mitarbeiter darunter sein, beschweren die sich ohnehin schon über ihren Arbeitgeber. Chancen Check! Mit engagierten und emotional gebundenen Mitarbeitern haben Sie eine eigene kleine Kommunikationsarmee, die Sie in den Imagekampf schicken können.

Auf jeden Fall angebracht ist es, einige Grundregeln festzulegen, wie sich Mitarbeiter als Teil des Unternehmens präsentieren dürfen. Diese Regeln lassen sich in einem Social Media Handbuch festhalten.

Diese Grundregeln sollten folgende Themen abdecken:

  • Was kann auf keinen Fall kommuniziert werden
  • Wie soll mit Kommentaren und Trollen umgegangen werden
  • Was unternimmt man im Fall eines Kommunikationsunfalls
  • Wer kann mir helfen, wenn ein Post aus dem Ruder läuft

Der Mitarbeiter ist kein Kommunikationsprofi. Und das soll er auch nie werden, weil sonst die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen auf der Strecke bleibt. Auch wenn er sich an alle Vorgaben hält, kann es geschehen, dass ein Beitrag negative Aufmerksamkeit bekommt. In diesem Fall ist es extrem wichtig, den Mitarbeiter zu unterstützen und ihm die Sicherheit zu vermitteln, dass die Medienprofis gern helfen, den Schlamassel zu beseitigen. Ohne weitere Konsequenzen. Nur wenn Mitarbeiter das Vertrauen darin haben, dass ein Post nicht ihren Arbeitsplatz gefährden kann, fühlen sie sich sicher genug wirklich gute und kreative Botschaften zu erstellen. Und nur dann haben sie wirklich etwas von Ihrer Employee Advocacy.

Hier finden Sie eine ausführliche Liste von Social Media Handbüchern. Stöbern Sie und suchen sie sich die passenden Passagen für ihre Unternehmenskommunikation. Die Investition lohnt sich.

 

Homogene Umsetzung Ihrer Employee Advocacy

Die Integration der Mitarbeiter in die Unternehmens-Kommunikation kann graduell gesteuert werden:

  • Sie können in den Kanälen Ihre Mitarbeiter zum Teilen auffordern
  • Sie können zu jedem neuen Post eine interne Email mit der Bitte verschicken, diesen Post zu teilen
  • Sie können Ihre Mitarbeiter darum bitten, Freunde, Familie und Bekannte in Kanäle oder Webseiten einzuladen
  • Sie können Wettbewerbe mit dem Ziel veranstalten, welche Mitarbeiter am meisten Follower, Likes oder geteilte Inhalte generieren
  • Sie können Mitarbeiter ermutigen, eigene Posts und Informationen zu teilen

 

Besonders für den letzten Punkt wurden ganze Software-Suiten entwickelt, die eine Art Intranet kreieren, das speziell auf die Förderung der Employee Advocacy ausgerichtet ist. In diesem werden Vorschläge für Posts gesammelt, den anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt und schließlich von den Verantwortlichen in die offizielle Kommunikation übernommen. Hier wird auf die Mitbestimmung der Mitarbeiter gesetzt.
Die Social-Media-Beiträge für Blogs, Facebook, Twitter oder Instagram können von Mitarbeitern vorgeschlagen werden, eine Abstimmung entscheidet über die Veröffentlichung. Dabei haben Marketing oder HR immer die Kontrolle, was schließlich auf der offiziellen Seite erscheint.

Um Hemmungen abzubauen und zu motivieren, könnten Sie für erfolgreiche Themen-Vorschläge Incentives ausloben.

Durch den Entstehungsprozess und die Auswahl der Themen, sind Mitarbeiter schon vor dem Erscheinen des Beitrags eingeweiht – dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Post im privaten Facebook oder Twitter-Account geteilt wird.

So wird die Employee Advocacy in ihrem Unternehmen ein Erfolg.

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"Was ist Employer Branding und wenn ja wie viele."

Die Themen unserer Reihe „Was ist Employer Branding und wenn ja wie viele.“

  1. Was ist Employer Branding – und wie Sie Video dafür nutzen
  1. Recruiting –  Der Arbeitnehmer als begehrter Kunde
  1. Moderne HR – mit Werkzeugen und Know-How zum Erfolg
  1. Retention – Wie Sie Ihre Mitarbeiter langfristig binden: Interne Kommunikation
  1. Onboarding – Der schnellste Weg Ihre Mitarbeiter effektiv einzusetzen
  1. Employee Advocacy – So werden Ihre Mitarbeiter Markenbotschafter

 

Foto: Ausschnitt aus unserem Recruiting-Video für die Deutsche Bahn AG

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