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Big Data

Hosen runter: Twitter-Analyse 2015

Learning by doing – Twitter-Analyse für @koefisocial

Auch Big Data fängt klein an. Im Januar 2015 starteten wir mit 139 Twitter-Followern. 365 Tage später waren es 2550.
Zeit für einen Rückblick, eine detaillierte Twitter-Analyse der 4350 Tweets und einen Ausblick was euch und uns 2016 erwartet. Überraschungen inklusive!

Twitter-Analyse Follower Entwicklung Koenigsfilm 2015

Entwicklung der Follower-Zahlen auf dem Account @KoefiSocial im Jahr 2015

 

Entwicklung der Follower-Zahlen

Das erste Quartal 2015 nutzten wir, um zunächst die Follower-Zahlen zu pushen. Unser Ziel: Möglichst nur „echte“ Follower gewinnen, keine Bots, keine Spammer, nur Leute, die sich für unsere Themen interessierten. Zweites Ziel: Einen möglichst hohen Prozentsatz deutschsprachiger Accounts zu erreichen. Die Arbeit begann im April mit einem Test. Neben Tweets auf Deutsch oder Englisch statteten wir einige Tweets (283) mit englischen Quellen und einem deutschen Kommentar aus. Wir wollten die deutsche Leserschaft für englischsprachige Inhalte gewinnen. Der erfolgreichste zweisprachige Beitrag laut unsere Twitter-Analyse war der hier:

Überraschendes Ergebnis: Die zweisprachigen Beiträge erzielten eine um 10% höhere Interaktionsrate als rein englischsprachige Beiträge. Allerdings war der redaktionelle  Mehraufwand beträchtlich. Das World Wide Web und Twitter sind primär englischsprachige Medien. Knapp 65% unserer Follower kommunizieren in Englisch. Überraschend ist der Anteil  deutschsprachiger Follower, die wir gewinnen konnten: 27,7 % . Verglichen mit dem Anteil der deutschen Accounts im Twitterverse (1,5 % im April 2014) haben wir unser Ziel mehr als erreicht. Wir wenden uns überproportional an deutsche Accounts, an potentielle Kunden.

Twitter-Analyse verwendete sprachen Social Bro

Sprache in der unsere Twitter-Follower kommunizieren

 

Themen

Die nackten Zahlen des Twitter-Analyse Tools sind zwar interessant, wir wollten aber mehr wissen: Welche Themen waren für unsere Follower von Bedeutung? Um dies analysieren zu können, kategorisierten wir alle Tweets mit Links nach Themenbereichen. Besonderes Augenmerk legten wir dabei auf einzelne Social Media Plattformen und unsere Kernthemen „Social Media“ und „Content Marketing“. Twitter-Analyse Koenigsfilm 2015  Überraschendes Ergebnis der Twitter-Analyse war die große Reichweite von Tweets zum Thema „SEO“ (Search Engine Optimization). Wir begannen erst im 2. Halbjahr SEO zum Inhalt unserer Kommunikation zu machen und trafen damit offensichtlich ein Interessenfeld unserer Follower. Mit Trend-Themen wie Meerkat, dem Wiedererwachen des Podcasts und dem Wearable-Wahnsinn zur Einführung der iWatch generierten wir auch respektabel viele Interaktionen. Eine Bestätigung dafür, im richtigen Teil des Twitterverse unterwegs zu sein. Als Themen der  Zukunft sehen wir das starke Interesse an aufstrebenden Plattformen wie Instagram, Snapchat und  Slideshare, dem LinkedIn-Ableger. Die Daten zeigen, dass wir uns hier engagieren müssen, um 2016 mitreden zu können.

 

Blog

Nach unserer Twitter-Analyse ist das erfolgreichste Thema im Koenigsfilm-Blog „Content Marketing“. Film- und Nerd-Themen fanden unsere Follower auch interessant, Beiträge zum Thema „Social Media“ wurden eher weniger beachtet. Was uns sehr freute: Der am meisten gelikete Tweet bezog sich auf eigenen Content, einen unsere Blogbeiträge:

Impressionen

Die meisten Twitterer erreichen wir mit dem #ff (Follow Friday) und über paper.li. paper.li ist eine Plattform zur Veröffentlichung eines digitalen Magazins. In unserem Magazin zum Thema „Content Marketing“ stammen die Inhalte von Top-Twitterern, bei denen wir uns täglich für deren Beiträge bedanken:

#ff und paper.li haben einen Vorteil gemein: sie richten sich direkt an bestimmte Accounts. Sie werden deswegen stärker wahrgenommen und erzielen in unserer Twitter-Analyse die höchste Reichweite.

Hashtags#

Um ein bessere Bild bezüglich der thematischen Verwendung von Hashtags zu bekommen, betrachteten wir nur Tweets mit Link.

Die meisten Impressionen erreichten die Hashtags #IoT (Internet of things), #Webdesign, #best, #TheDarkening (Skandal auf Reddit) und #confused. Die meisten Interaktionen erzielten die Hashtags #theDarkening, #pmf15, #corporateblogs, #cinematography und #aprilsfool. Die höchste Interaktionsrate hatten die Hashtags #aprilsfool, #because, #TFB (Team Follow Back), #help, #MGWV.

Schlussfolgerung aus dieser Analyse: Hashtags mit spezifischem – am besten tagesaktuellem Kontext – funktionieren am besten.  Wenn wir unseren gesamten Datensatz ansehen, scheinen kurze Hashtags wie #IoT, #CEO und #SEO mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Dagegen verlieren generische Hashtags wie #socialmedia und #contentmarketing.

Take-away der Twitter-Analyse
  • Zweisprachige Tweets erzielen eine 10% höhere Interaktionsrate
  • SEO war das wichtigste Thema 2015
  • Unser Blog ist auf dem richtigen Weg
  • #ff und paper.li sind effiziente Maßnahmen um die Reichweite zu erhöhen
  • Spezifische und kurze Hashtags sind erfolgreich
Was 2016 kommt

Wir werden persönlicher mit unseren Followern kommunizieren, Beziehungen vertiefen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erörtern –Twitter ist kein Selbstzweck.

 

Dies ist nur ein Ausschnitt der Daten, die wir erhoben haben. Falls es Fragen zur Erhebung, Analyse oder weiteren Ergebnissen gibt, beantworte ich sie gerne. In den Kommentaren, per DM @koefisocial oder Email.

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Die Zukunft von Film und Fernsehen liegt im Streaming. Netflix ist ganz vorne dabei

Die Zukunft heißt Netflix!

Die Zukunft von Film-und Serienproduktionen liegt im Online-Streaming.

Marktführer Netflix plant für 2016, doppelt so viele Shows wie im vergangenen Jahr selbst zu produzieren. Der Dienst wird dann in 200 Ländern angeboten.

Mit genau auf verschiedene Zielgruppen zugeschnittenen Produkten, wird sich der Siegeszug von Netflix fortsetzen. Sogar Download-Piraten konvertieren zu zahlenden Kunden, weil Netflix an neue Sehgewohnheiten angepasste Produkte anbietet.

 

Erfolgreiche Eigenproduktionen dank Big Data

Ein Spielfilm über Kindersoldaten, ein Weihnachtspecial mit Bill Murray oder eine Superheldin mit Posttraumatischer Belastungsstörung: Netflix‘ Produktionen sind vielseitig und oft auf eine klar definierte Zielgruppe zugeschnitten.

Das ist möglich, weil die Daten der Netflix-Nutzer analysiert werden: Welche Schauspieler, welche Stories, welche Regisseure werden von welcher Zielgruppe gesehen. Drehbuch, Darsteller und Showrunner werden danach ausgesucht und abgestimmt. Der Erfolg der Eigenproduktionen von Netflix wird so planbar gemacht. Beispiel „A Very Murray Chrismas“: Bill Murray, Sofia Coppola, Amy Pohler, weitere Ehemalige aus „Saturday Night live“ und die Band Phoenix sorgen dafür, dass möglichst viele Fans einschalten.

Das Netflix-Prinzip funktioniert auch umgekehrt: Die Story, der Regisseur und der Hauptdarsteller sind bestimmt, anschliessend kann das Kreativ-Team kann aus Daten ablesen, für welche maximale Gage sie engagiert werden können. So werden die Herstellungskosten festgelegt. Netflix investiert eben nur so viel, wie der berechnete Erfolg des Produkts wieder einspielen kann.

 

Netflix goes global

Während Netflix zurzeit in 80 Ländern aktiv ist, sollen es Ende näöchsten Jahres 200 Länder sein.

Die ganze Welt lässt sich nicht nur mit Amerikanische Serien erobern. Deshalb hat Netflix begonnen in anderen Ländern und Sprachen zu produzieren (z.B. Club de Cuervos in Mexico auf Spanisch). Auch hier greift Netflix auf seine Nutzerdaten zurück.

Lokal und in anderen Sprachen gedrehte Serien und Filme werden auf den Heimatmarkt angepasst produziert, was Darsteller, Regie und finanziellen Aufwand angeht, und dann global ausgestrahlt. Der lokale Erfolg ist hierbei kalkuliert, der Erfolg in einem anderen Land ein Bonus.

Herausragende ausländische Produktionen kauft Netflix als Exklusivetitel für den US- oder internationalen Markt jenseits des Ursprungslandes, um auch hier mit Vielfalt und Qualität zu punkten.

 

Netflix besiegt Piraten

Netflix setzt sich mit seinem Service gegen einen Konkurrenten durch, der kostenlos und überall verfügbar ist: die Download-Piraten. Dies ist nur möglich, indem der Service sehr günstig ist,einfach und bequem zu bedienen.

In einer Befragung von Choices in Australien haben 33% derjenigen Personen, die illegal Filme runterladen angeben, dass sie viel weniger downloaden, seitdem sie Streaming-Services wie Netflix benutzen. Auch die Anzahl der regelmäßigen Filmpiraten sank um über 20%.

Die gute Bedienbarkeit ist auch eine Folge des Datensammelns.

Laut Netflix-Produktchef Neil Hunt hat der Dienst im Schnitt 90 Sekunden Zeit , um dem Kunden den nächsten Film oder die nächste Serie zu präsentieren. Um das zu erreichen, berechnet die Vorschlagsfunktion aus Wahrscheinlichkeiten, welche Serie, welchen Film vergleichbare Nutzer nach dem selben Film angesehen haben.

Die Bedienung wurde iterativ immer wieder durch das Beobachten der Mausbewegungen auf der Seite angepasst. Die Möglichkeit der Kündigung am Ende jeden Monats und ein Familientarif tragen dazu bei, dass die Kosten überschaubar sind. Netflix lässt sich auf allen Geräten einfach und schnell installieren. Es wird dem Nutzer immer die für ihn beste Auflösung präsentiert.

 

Neue Kunden – neuer Style

Die Sehgewohnheiten der Zielgruppe 14-35 hat sich verändert. Diese User wollen immer und soforteinen möglichst einfache Zugang zum Programm. Gesehen wird nach eigenem Zeitplan und nicht nach einem Programm der Fernsehsender. Diese Änderungen haben einige Folgen:

  • Der klassische Cliffhanger stirbt aus
  • Die klassische 24 Folgen Season stirbt aus
  • Die klassischen 42- bzw. 23-Minuten-Formate sterben aus

So reagiert Netflix auf die neuen Sehgewohnheiten:

  • Die Länge der Folgen wird angepasst an die Story (20-30/45-60 Min.)
  • Die Länge der Staffel wird angepasst an die Story (6-13 Folgen)
  • Am Ende einer Folge ist die Story nicht zwangsläufig abgeschlossen
  • Der Spannungsbogen ist auf die gesamte Staffel ausgelegt

Auch andere Big Player haben den Markt erkannt: Amazon, Hulu und andere Streaming-Dienste versuchen sich gegen Netflix zu behaupten. Die klassischen Fernsehanstalten der USA wollen  auf Streaming setzen. So veröffentlicht CBS nächstes Jahr die neue Star Trek Serie zuerst auf ihrem Streaming-Dienst CBS AllAccess.

In Zukunft wird es 10 oder mehr  Streaming-Dienste geben, jeder mit exklusiven Eigenproduktionen. Im besten Fall werden sich die Dienste in Bedienbarkeit, Suchalgorithmen oder Vorschlagfunktion unterscheiden. Man kann alles überall sehen, nur dass „wie“ ist verschieden. Diesen Weg verfolgt auch Netflix. Das große Ziel der nächsten Jahre ist eine global einheitliche Lizenzierung. Ein Netflix für alle. One world!

Netflix and chill? Oder doch einen Kommentar verfassen?

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