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Regisseur

Filmjobs hinter der Kamera – Regisseur – Der, der den Kopf hinhält

Johannes Duncker ist ein gebildeter und behutsamer Mann. Er wählt – wenn möglich – die Differenzierung. Johannes Duncker ist Regisseur und leitet das Kölner Kurzfilmfestival. Ich treffe ihn in unserer Redaktion in Düsseldorf. Dort arbeitet er gerade am Drehbuch für einen Imagefilm einer großen deutschen Bank. Der Film muss das Briefing abbilden und besondere, überraschende Momente enthalten. Das ist das, was ihn und uns verbindet: das Wissen um die Macht des Unvorhersehbaren im Film.

Gespräch mit einem Regisseur

Holger Koenig: Unvorhersehbares! Das gehört zu Deinem Beruf als Regisseur, richtig?

Johannes Duncker: Ich sage lieber Filmemacher. Das klingt bodenständiger und umschreibt fast besser die handwerkliche Komponente des Berufs. Was ich generell schön finde am Beruf eines Regisseurs: Dass man mit vielen Themenfeldern in Berührung kommt, dass man je nach Film immer wieder einen neuen Fokus hat, und sich auch innerhalb der Arbeit mit den unterschiedlichen Departments arrangieren muss. Ein Regisseur beschäftigt sich parallel mit Kameraarbeit, Kostüm, Buch, Schauspielern, Locations.
HK: Wen rufst Du an, wenn du einen Auftrag bekommst?
Johannes Duncker: Den Drehbuchautoren, um zu erfahren, was hinter seiner Idee steckt. Dann überlegt man zusammen mit der Produktion, wie man diese Idee umsetzen kann. Danach beginnt man mit den Heads of Department zu sprechen. Für mich ganz wichtig: die Zusammenarbeit mit dem Kameramann. Da mache ich die wenigsten Kompromisse bei der Zusammenstellung des Teams. Letzten Endes besteht das Drehbuch nur aus Worten auf einem Papier. Die Kunst des Regisseurs ist es, diese Worte, diese Ideen mit einem fähigen Team umsetzen in einzelne Bilder, in einzelne Schnitte, in einen Film. Man muss die Fäden in der Hand behalten und gleichzeitig ist es auch wichtig, den Spezialisten zuzuhören – Beleuchter, VFX-Artists, Kostümbildner, Komponisten, Szenenbildner. Das sind ja Leute mit immenser Berufserfahrung. Das hört sich erstmal etwas unübersichtlich an, aber man muss sagen: Je mehr Input von Kreativen, desto besser der Film – vorausgesetzt, einer – und zwar der Regisseur – führt und hält den Kopf hin, wenn es scheiße wird. Klar, je größer das Projekt, desto höher ist dann natürlich auch der Druck.

Schleiles Heim - Koenigsfilm - 14-02-1013

HK: Darauf ist man aber doch als Filmemacher eingestellt, oder?
Johannes Duncker: Du weisst aber nie, woher die Überraschung kommt. Manchmal hat der Schauspieler einen schlechten Tag. Oder im Hintergrund fährt ein Zug durchs Bild, der eigentlich nicht da sein sollte. Oder es gibt technische Probleme. Aber da sind natürlich auch immer schöne Momente, ich nenne sie „Lucky Accidents“. Wenn sich etwas Unvorhergesehenes auf einmal positiv für den Film verwenden lässt. Dann muss man schnell genug schalten.
HK: Da ist es wieder, das Unvorhersehbare… Sind Magic Moments beim Drehen Glückssache?
Johannes Duncker: Diese Momente gibt es und die lassen sich auch generieren – bei Schauspielern hat man das oft, dass jemand eine kleine Sache macht und man denkt sich: genau so. Auf einmal ist ein Quäntchen mehr da, etwas, dass in der Probe noch nicht geschah. Da hat man durchaus das Gefühl, dass etwas Magisches passiert. Man muss aber konzentriert genug sein, um das wahr zu nehmen.
HK: Das würden nicht alle Regisseure sagen, wie wichtig das Team ist …
Johannes Duncker: Die Selbstvermarktung spielt natürlich eine Rolle. Da geht es dann auch um Wiedererkennbarkeit. Der Zuschauer soll erkennen: Okay, das ist ein Film von Wes Anderson! Und das möglichst nach einer Minute oder zwei. An der Kinokasse ziehen die großen Namen der Stars und Regisseure.
HK: Woran erkennt man Deine Filme?
Johannes Duncker: Ich glaube, ich konzentriere mich stark auf das Visuelle. Das klingt erstmal banal und selbstverständlich, ist aber komplexer als der Laie denkt. Für mich ist das Bild sehr wichtig, die genaue Überlegung, wie die Kamera erzählen kann, wie das Bild erzählen kann, wie man ohne Dialog eine Story erzählen kann. Ich glaube, dass das etwas ist, was zur Zeit zu wenig Beachtung findet, weil es natürlich viel einfacher ist, über Dialoge zu erzählen. Das Erzählen über Bilder ist sehr mächtig, deswegen eine große Kunst und die ist nicht so einfach zu meistern.

Die Kunst, mit großen Bildern zu erzählen

HK: Das sollte Film doch eigentlich können: Mit Bildern erzählen und Dialog zur Unterstützung verwenden. Sonst wäre es ja bebildertes Radio…
Johannes Duncker: Auf jeden Fall glaube ich, dass vor der Einführung des Tonfilms die Kunst des bildlichen Erzählens auf einem anderen Niveau war. Der Ton hat natürlich andere Vorteile gebracht und der Dialog erst recht. Und dadurch ist es eben auch möglich, dass man heute Netflix guckt und nebenbei den Social-Media-Verpflichtungen nachgeht und gleichzeitig auf dem Tablet noch eine zweite Serie guckt. Eine Situation also, in der man mehr über den Ton wahrnimmt. Was geschwächt wird dadurch, ist die Bereitschaft, sich auf eine Kunst einzulassen, die über große Bilder erzählt.
HK: Du lässt dich aber nicht davon beeindrucken und erzählst weiterhin lieber mit Bildern.
Johannes Duncker: Klar, auf jeden Fall. Ich glaube, dass es dafür genug Platz gibt und die Zuschauer genau das sehen wollen: große Bilder. Dann wollen sie sich gar nicht mehr mit dem Second Screen beschäftigen. Natürlich nutzen wir alle Möglichkeiten des Sound-Designs, der Komposition und des Dialogs. Die unterstützen das Bild erheblich. Egal, ob zurückhaltend oder orchestral. Stanley Kubrick ist ein Regisseur, der das einfach beherrscht hat, jemand, der es geschafft hat, Geschichten zu erzählen mit großer Tiefe. „2001“ habe ich zum ersten Mal als billige Raubkopie gesehen und war trotzdem total beeindruckt. Ich dachte: ‚Ich weiß nicht, was ich da gerade gesehen habe, aber es war grandios.’

Oder Wes Anderson, auch ein Bilderzähler. Da habe ich einfach Spaß dran. Manchmal sind das einfach nur schöne Bilder, manchmal wiederholt er sich auch, macht aber nichts. Oder jemand wie David Fincher: Wenn man seine Filme sieht, hat man den Eindruck, alles läuft wie ein Uhrwerk, sehr präzise, alles am richtigen Platz – das finde ich beeindruckend.

Wen ich auf jeden Fall auch noch nennen muss, sind die Coen Brüder. Die schaffen eine tolle Balance von absurder Unterhaltung, einzigartigen Bildern und besonderen Figuren. Das Visuelle ist wichtig, interessante Figuren aber auch. Das Kino ist ganz groß darin, von interessanten Charakteren zu erzählen, die man kennenlernen will, wie „A serious man“.

Mehr Mut für Filmkunst im Content Marketing

HK: Wie kann man das rüberziehen in den Film im Content Marketing?
Johannes Duncker: Auch da geht es nicht mehr nur darum, sein Produkt oder das Unternehmen zu zeigen. Man muss Geschichten erzählen, die die Leute fesseln, mitnehmen, die so gut sind, dass sie weiterempfohlen werden. Und das funktioniert nur, wenn man interessante Geschichten, besondere Figuren und faszinierende Bilder hat. Insofern gibt es keinen Unterschied zum Kino. Man muss es nur verstehen.
HK: Kriegt man die Freiheiten als Autor und Regisseur?
Johannes Duncker: Ja, wenn man es schafft, von Anfang an zu vermitteln, wie der Film aussehen kann. Kunden, die ungeübt sind in der Herstellung von Filmen, kann man durchaus vermitteln, warum eine Film-Idee funktioniert und warum eine andere nicht.
HK: Stichwort: „Chronologisch erzählen“. Im Spielfilm üblich, es nicht zu tun, in Industrieproduktionen ist den Auftraggebern schwer zu vermitteln, welche Faszination des Unvorhersehbare für die Zuschauer hat, dass man es erschaffen muss, für einen erfolgreichen Film.
Johannes Duncker: Ich glaube, dass da manchmal einfach der Mut fehlt zu sagen: Vielleicht versteht es mal einer nicht, aber das ist nicht so schlimm. Solange das Interesse geweckt ist, sich weiter mit dem Inhalt und der Botschaft zu beschäftigen, ist schon alles gewonnen! Die Zuschauer sind geübte Filmkonsumenten. Die merken, wenn ein Film gut ist oder wenn ihnen irgendetwas untergeschoben werden soll. Dann sind sie weg. Das Unvorhersehbare macht den Unterschied.
HK: Was war denn der unvorhersehbarste Film, den Du gemacht hast?
Johannes Duncker: Ein Kurzfilm, den ich gemacht habe, der heißt: „When Namibia was a city“. Ein Film über einen türkischen Familienvater in Berlin, der mit seiner Rolle als Ernährer der Familie zu kämpfen hat, weil er im Ruhestand zuhause sitzt und die Frau arbeiten geht. Wir waren damit zum Beispiel auf den Hofer Filmtagen, ein alteingesessenes Festival in Deutschland, wir waren in Rio und haben in Istanbul einen Preis gewonnen. Der Film ist eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm. Wenn Du ganz wenig Geld hast, dann ist es natürlich schwierig, manche Dinge perfekt zu erzählen. Da konnten wir keine Location mieten und mussten den Film in der Wohnung des Hauptdarstellers drehen.

HK: Qualität im Film ist also abhängig vom Budget?
Johannes Duncker: Würde ich nicht so hundertprozentig unterschreiben. Eine gewisse Beschränkung der Mittel kann Kreativität auch fördern. Wenn mir jemand sagt: Erzähl mir einen Film, der in nur einem Raum spielt, mit zwei Menschen, und da muss eine Geige drin vorkommen, dann fängt es bei mir an zu rattern. Aber in der konkreten Ausführung muss man dann für alle Departments das nötige Budget haben. Egal, ob Fiction oder Non-Fiction. Für den Bayerischen Rundfunk habe ich das Buch für den Film „Zeitraum“ geschrieben und Regie geführt. In ein Haus in Potsdam konnten wir einen künstlichen Flur einbauen und hatten die Möglichkeit, das Haus, in dem der Film spielt, komplett nach unseren Vorstellungen auszustatten. Dafür braucht man Budget, der Film sieht dann aber auch nach was aus. Von daher: Es stimmt doch: Qualität im Film braucht Budget, Filmleute sind Spezialisten und werden auch so bezahlt.

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HK: Würdest Du jemandem abraten, der Regisseur werden will?
Johannes Duncker: Nein. Auf keinen Fall. Aber man muss bereit sein, sich auf ein gewisses Leben einzustellen. Man arbeitet eben von Projekt zu Projekt. Das kann sehr viel Freude bereiten, etwas zu erschaffen und gleichzeitig frustrierend, immer wieder von vorn zu beginnen.
HK: Deine Wahl ist auch klar, wenn Du dich für Geld oder Ruhm entscheiden solltest?
Johannes Duncker:… lange Stille … Kommt das eine nicht automatisch mit dem anderen? War das nicht irgendwie so? … wieder Stille … Ich glaube, dann doch lieber Ruhm.

Out-Take:
HK: Wir spielen „Drei Fragen, drei Sätze“. Auf jede Frage kannst Du mit einem Satz antworten. Türkisch für Westfalen? JD: Ich weiß nicht, was ich Dir darauf sagen soll. HK: Aber Du bist doch in Westfalen geboren, oder? JD: Ich bin in Westfalen geboren, ja! HK: Und Du bist doch dann umgezogen, in die Türkei, hast dort gelebt und bist dort zur Schule gegangen. JD: Ja, richtig, genau! HK: Das hätte jetzt eine Vorlage sein können, ein kleiner Einstieg in Deinen Lebenslauf. JD: Das habe ich gecheckt, aber was soll ich in einem Satz dazu sagen? HK: Und zu Eskimofrosch? JD: Das habe ich auch gecheckt, wegen meines Films. HK: Was ist das für ein Film? JD: Das war der zweite Film, den ich gemacht habe, in Istanbul, mit Freunden vor der Kamera. Es geht darum, dass man etwas Unvorhersehbares macht, indem man einfach zwei Worte miteinander kombiniert, die noch nie vorher jemand in dieser Kombination gesagt hat, wie zum Beispiel: Eskimofrosch.

Mehr Filmjobs hinter der Kamera bei uns im Blog: VFX-Artist, Komponist, Kameramann

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Filmjobs hinter der Kamera – VFX – Der Herr der Effekte

Nach ein paar Minuten Gespräch über VFX in unserer Redaktion sagt er:

„Deswegen packe ich manchmal meine Kamera ein, oder meine Drohne und denk mir dann irgendwie schöne Bilder aus.“

Und schöne Bilder braucht Heinrich Maas. Damit er tun kann, was er am besten kann: Er ist Compositing Artist und VFX Supervisor. Mit Heinrich kann man wunderbar zusammen arbeiten und – über seinen Job reden.

Gespräch mit einem VFX-Supervisor

Heinrich Maas, geboren in Kasachstan, ausgebildet in Berlin, lebt in Frankfurt und arbeitet für internationale Filmproduktionen ebenso wie für viele „Tatort“-Folgen. Das erwähnt er aber nur, wenn man ihn etwas drängt. Deswegen beginnt unser Gespräch mit einer Frage in diese Richtung, die er aber überraschend anders beantwortet: Was war denn Dein schönstes Projekt?

Heinrich Maas: Das Schönste für mich, also das, was am meisten Spaß macht, ist nicht unbedingt das, was am Ende dabei herauskommt. Viel wichtiger ist das Umfeld, sind die Arbeitsbedingungen und die Kollegen. „Cloud Atlas“ ist das Projekt, das mir bisher am meisten Spaß gemacht hat. Der Kunde war sehr anspruchsvoll, wollte hohe Qualität, auch in den Details. Das macht wirklich Spaß, wenn man so gefordert wird. Ich war von Beginn an dabei als Lead Compositing Artist. Wir haben insgesamt 50 Shots bekommen, die wir bearbeiten mussten. Mein Job war die Compositer anzuleiten und auch die 3D-Abteilung ein wenig zu führen.

Details, die man sieht, aber nicht entdeckt

Holger Koenig: 50 Shots klingt nach ’ner Menge Arbeit. Was waren das denn für Aufgaben?
Heinrich Maas: Das Interessante daran war die Bandbreite. Das fing an mit Maskenretusche. Wenn irgendetwas am Set nicht geklappt hat, haben wir das gefixt. Dazu kamen Matte Paintings, die wir hergestellt und eingebaut haben, plus 3D-animierte futuristische oder altertümliche Waffen, die wir eingebaut haben. Also es war sehr umfangreich, sehr abwechslungsreich. Deswegen auch das schönste Projekt bisher.

HK: Du sagst, Du warst von Beginn an dabei. Wie groß ist dann der Einfluss des Lead Compositing Artist auf den Film?
Heinrich Maas: Bei so einem Filmprojekt bespricht man, wie man die Szenen im Drehbuch lösen kann. Daraufhin werden ein Storyboard erstellt und ein Animatic und dann wird gefilmt. Die Filmsequenzen sind das Grundmaterial. Die Compositing Crew baut dann die Animationen ein, oder was auch immer gewünscht ist. Viele Dinge, die kleinen wichtigen Details, an denen wir arbeiten, entdeckt man gar nicht als Zuschauer im Kino, obwohl man sie sieht.
HK: Da gibt’s ’ne wunderbare Lösung. Wir schauen mal in Dein Showreel …

Die extrem Kreativen in der Filmproduktion

HK: Ein Drehbuch ist eben nur ein Drehbuch. Hast Du Spielräume, wenn die kreative Arbeit beginnt? Ist es möglich, dass Du eine futuristische Waffe zum Beispiel anders baust, als sie mal besprochen war?
Heinrich Maas: Das kommt sehr häufig vor. Das kommt sogar in den meisten Fällen vor, dass man den kreativen Prozess des Drehbuchautors oder des Regisseurs mit beeinflussen kann. Wir VFX-Artists sind ja auch die extrem Kreativen bei einem Film und man kann wirklich mitbestimmen. Bei großen Produktionen, wie von Warner Brothers oder Universal, da hat man nicht sehr viel Freiheit, aber bei kleineren, bei deutschen Produktionen, wie ARD-Produktionen oder so, da hat man wirklich sehr viel Freiheit. Auch wenn man schon über das Drehbuch hinaus ist und dann anfängt, an dem Material herumzubasteln und selber merkt, das macht so keinen Sinn oder das sieht anders vielleicht besser aus. Dann kann man das vorschlagen. In den meisten Fällen wird das sogar gut angenommen und so umgesetzt.

HK: Ist das für Dich ein wichtiger Aspekt des Berufes?
Heinrich Maas: Nein, nicht wirklich. Es ist ebenso eine Herausforderung, etwas exakt so umzusetzen, wie der Regisseur sich das vorstellt. In Projekten, an denen nichts zu rütteln ist und man genau nach Plan umsetzen muss, lernt man viel und kann das wiederum für die stärker kreativ orientierten Projekte nutzen. Aber, wie gesagt, die Mischung macht’s.

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Heinrich Maas: So sieht der Arbeitsplatz eines VFX-Artists aus

Projekte, die Heinrich besonders Spaß gemacht haben

Cloud Atlas

HK: Du hast „Cloud Atlas“ erwähnt als ein Projekt, das Dir am meisten Spaß gemacht hat. Welches war denn das Schwierigste, eines, dass Dich wirklich an die Grenzen Deines Könnens gebracht hat?
Heinrich Maas: Schwierig sind wirklich die Projekte für die größeren Studios. Und da geht’s immer um die Feinheiten. 80% des Ziels erreicht man immer in 50% der Zeit, die man zur Verfügung hat. Und dann braucht man für die letzten 20% – für die Schleiferei sozusagen – nochmal 50% der Zeit. Es geht dann um solche Sachen, wie dass der Grain stimmen muss. Wirklich: man gibt etwas ab, das sieht perfekt aus, man guckt sich das auf der Leinwand 5x an, es sieht gut aus und dann kommt der VFX-Supervisor des Projektes und sagt: „Ne! Das geht nicht, da sind drei Grain-Punkte, die bewegen sich langsamer als die anderen!“ Das sind immer diese Kleinigkeiten, die mich an Grenzen bringen, also dann muss man nochmal ran: Grain selber basteln und genau anpassen an den gefilmten Grain. Ich glaube, es gab wenige Projekte, die mich nicht an irgendwelche Grenzen gebracht haben. Und wenn ein Projekt mich nicht an meine Grenzen bringt, dann war es nicht erfolgreich, dann war es zu einfach. Das spricht sich rum. Ich kriege Projekte aus Los Angeles, die sonst wirklich nichts mit Deutschland zu tun haben. Die werden nicht hier produziert und die Leute in der Produktion wissen teilweise nicht mal, wo Deutschland liegt. Aber sie kommen trotzdem zu mir und wollen mit mir arbeiten, weil die Qualität gut ist und der Preis besser als bei einem VFX-Studio in L.A.

Märchenfilme: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

HK: Wenn Du mal angeben müsstest, welches Projekt würdest Du da erwähnen als herausragend für Dich?
Heinrich Maas: Das ist schwierig, das gibt es nicht wirklich. Ich finde teilweise kleine Projekte wirklich herausragend. Sehr gerne habe ich an den Märchenfilmen für die ARD gearbeitet. Mit denen würde ich angeben, weil da am meisten Herzblut hineingeflossen ist. Ich glaube, ich habe schon zehn Stück mittlerweile gemacht: „Der Gestiefelte Kater“ war der erste Film aus der Reihe, an dem ich mitgewirkt habe, dann gab es „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ und „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“, es waren viele. Uns ist es geglückt, den Produzenten zu vermitteln, wie wichtig VFX ist, wie sehr VFX die Geschichte aufwerten kann und ich glaube, das ist so ein herausragender Punkt in meiner Arbeit, dass man einer ganzen Branche etwas vermitteln kann. Wie zum Beispiel bei „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“, da haben wir so einen Monstergeist gebaut in 3D und den animiert und mit ganz vielen leuchtenden Partikeln ausgestattet. Die Geschichte würde sonst nicht funktionieren, die könnte man nicht am Set lösen. Es gibt auch Szenen mit fliegenden Feuerbällen und Supereffekten, die man einfach am Set nicht umsetzen kann.

 Ohne VFX kommen viele Filme nicht mehr aus – ohne Film kommt Heinrich nicht mehr aus.

Heinrichs Traumprojekt

HK: Dein Traumprojekt. Was wolltest Du schon immer mal machen und dazu ist es bisher noch nicht gekommen?

Heinrich Maas: Muss es so etwas geben? Also es gibt viele Kollegen von mir, die sagen: ich wollte schon immer mal an einem Marvel-Film mitarbeiten. Die großen Projekte sind eigentlich super spannend und ich gucke mir die auch sehr gerne an. Aber: Ich sehe da nur Effekte, ich sehe da gar keine Geschichte mehr. Das ist die Arbeit eines großen Teams, damit werden die Aufgaben aber auch immer spezieller. Als Artist dazusitzen und ein halbes Jahr lang nur die Hand eines Charakters für den kompletten Film zu bearbeiten, da hätte ich auch keine Lust drauf. Deswegen ein Traumprojekt gibt es nicht, ich arbeite wirklich lieber an kleineren Projekten.

HK: Gibt es den Moment am Ende des Tages, in dem Du sagst: So, jetzt ist genug, jetzt muss ich mich aus der virtuellen Welt wieder in die reale begeben?
Heinrich Maas: Nein, leider ist es so, dass ich tatsächlich nach getaner Arbeit weitermache, weil ich immer mehr dazu lernen möchte. Aktuell habe ich angefangen, Virtual Reality zu machen. Deswegen packe ich manchmal meine Kamera ein, oder meine Drohne und denk mir dann irgendwelche schönen Bilder aus. Hier bei uns auf dem Dorf gibt es den Naturschutzbund, da filme ich oft und mache daraus einen schönen Film für irgendwelche Wettbewerbe. Das ist für mich der Ausgleich zur Arbeit: einen eigenen Film zu produzieren.

filmjobs hinter der kamera vfx

Heinrich Maas

 

Mehr Filmjobs hinter der Kamera bei uns im Blog: Regisseur, Komponist, Kameramann

Unsere Praktikantin Johanna am Filmset

Abenteuer Filmset – Das erste Mal beim Filmdreh!

Unsere Praktikantin Johanna Thomé ist zum ersten Mal auf einem Filmset dabei und wird direkt ins kalte Wasser geschmissen. Sie berichtet hier von ihren Erfahrungen.

Die ersten Momente am Filmset sind wie eine unscharfe Kameraeinstellung. Personen wischen durch das Bild, alle stehen sich im Weg und es stellt sich partout kein Fokus ein. Bis dann der Moment kommt, in dem alles wie am Schnürchen läuft. Und all das wird dirigiert von einem Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen – wie Paris oder Rom, wo alle Wege hinführen.

Holger führt Regie

 

Opfer müssen sein

Wir sind beim Niedersächsischen Studieninstitut NSI Hannover und drehen einen Film zum Thema Brandschutz. Es  ist mein erstes Mal an einem Filmset. Ich reise mit als Setrunnerin und Regieassistentin. Damit stehe ich ganz unten in der Nahrungskette und meine Aufgabe ist es, den kreativen Filmemachern den Rücken freizuhalten – komme, was wolle. Auch wenn ich dafür eine Stunde lang mit nur einem Schuh herumlaufe oder ein Feuerwehrauto zum Halten bringen muss.

Weil ich zwei Rollen gleichzeitig erfülle, muss ich den Ausdruck „sich für den Job zweiteilen“ wörtlich nehmen: In einer Sekunde halte ich den Monitor für den Regisseur und blocke den Verkehr, in der nächsten Sekunde muss ich Getränke für das Team holen und Komparsen für die folgende Szene vorbereiten. Jetzt muss ich auch noch den Komparsen erklären, wie man möglichst natürlich in einer Gruppe steht und wartet. Dabei bin ich laut meiner Familie die schlechteste Schauspielerin der Welt.

Unsere Praktikantin Johanna mit nur einem Schuh unterwegs auf dem Filmset von NSI

Besser als die Profis

Unser Problem heute: Die Komparsen stehen uns nur bis 14 Uhr zur Verfügung und erhalten außerdem zwischendurch ihre Prüfungsergebnisse. Die Komparsen sind eine unerfahrene Schülergruppe, aber zum allgemeinen Erstaunen streichen wir einen One-Taker nach dem anderen ein: in ihrer gespielten Panik rennen sie Stühle um und sich gegenseitig über den Haufen, beklagen sich nicht einmal über Stürze. Sie prallen alle wie fensterblinde Schwalben gegen die geschlossene Brandschutztür und schreien wie am Spieß, als sie den künstlichen Qualm entdecken. Sie sind besser als jeder Profi. Der blonde Jochen wird der Einfachheit halber Buddy genannt, weil er einfühlsam den Rollstuhlfahrer im Chaos beschützt. Denn Chaos brauchen wir für den Film. Und Tim wirk plötzlich ganz natürlich, als ihm die Rolle zugeteilt wird, einen im Smartphone vertieften Schüler zu spielen.

Komparssen betrachten am Filmset ihre Arbeit

Problem? – Gelöst!

Die Einstellung: eine 180° Kamerafahrt um einen der Schüler herum, kurzfristig entschieden, keine Zeit dafür Schienen für den Dolly aufzubauen. Uns bleibt nichts Anderes übrig, als uns einen Rollstuhl auszuleihen. Wir platzieren darauf den Kameramann mit Kamera und die Einstellung gelingt tatsächlich. Wir haben nur eine halbe Stunde Zeit für die Einstellung, unser Regisseur Holger Koenig bereitet parallel die Schüler auf die nächste Szene vor: „Ihr seid richtig gut, was One-Taker betrifft; jetzt nochmal einen und dann haben wir es.“ Das ist doch Motivation pur. Dann ist Drehschluss für die Schüler und alle klatschen. Top Leistung.

 

Schwitzen – auch ohne Feuer

Die Feuerwehr Hannover trifft am Filmset ein: sie fährt mit Leiterwagen und Löschzug vor, beeindruckend ist die Drehleiter. Die Männer sind gekleidet in dicker Feuerwehrmanngarnitur. Im Nachhinein bin ich überrascht, dass keiner von ihnen einen Hitzeschlag erlitten hat, obwohl ich den ganzen Nachmittag ihre von Schweiß geperlten Stirnen im Auge behalte. Wir drehen die Szene, in der die Feuerwehr in die Straße einfährt und punktgenau, wie für die Einstellung abgesprochen, vor dem Gebäude hält. Zusammen mit Martinshorn und dem Feueralarm des Gebäudes klingt es, als stünde der Weltuntergang bevor. Die Feuerwehrmänner halten tapfer den ganzen Nachmittag durch, während wir sie bitten, unterschiedliche Aktionen zu wiederholen und zu wiederholen und zu wiederholen, damit wir noch mehr Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln machen können.

Freiwillige Feuerwehr Hannover am Filmset für den Brandschutzfilm der NSI

Um Punkt 17:59 Uhr sind wir fertig. Wie vom Kunden gewünscht. Und dann gewinnen wir auch noch das Spiel gegen Nordirland.

Ein perfekter, wenn auch intensiver Tag.

 

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Der Klang des Gotthard hat sich mit dem Gotthard Basistunnel verändert

Der Klang des Gotthard

 

Liebeserklärung an einen Tunnel

Die Kette quietscht. „Heute Ruhetag“ verkündet das Schild am Hotel in Arth-Goldau. Ruhetag! Heute! Am Tag der Eröffnung. Über den Hintereingang geht’s dann doch in die Gaststube. Ob ich auch käme wegen des Gotthard, fragt mich die Wirtin. Der Enthusiasmus meiner Antwort steht in krassem Gegensatz zu ihrer Unaufgeregtheit. Man könnte den Eindruck haben, „die Dütsche“ begeistern sich mehr für das Projekt als die Schweizer selbst, zumindest hier im Kanton Schwyz. Aber das ist ein Irrtum.

Am nächsten Morgen taucht der Regen den Weg zum Bahnhof in einen Spraynebel. Gleich geht es los, gleich steige ich in den Zug, gleich fahren wir nach Süden, durch den Gotthard Basistunnel.
Was soll schon sein? 20 Minuten bei Dunkelheit durch eine Röhre fahren, was ist daran faszinierend? Die Geschwindigkeit? Die Machbarkeit?

 Altdorf

Der Klang der Röhre

Im Zug um mich herum befinden sich Menschen, die am Bau des Tunnels beteiligt waren. Sie alle waren schon drin, kennen den Staub dort und diesen sphärischen Ton. Ja, wirklich, der Gotthard hat einen eigenen Klang. Den konnte man während des Ausbaus hören, wenn man sich weit weg genug von Maschinen und Menschen der Transtec Gotthard bewegte. Wenn niemand sich regte, baute er sich der Ton langsam auf: ein kontinuierliches, bassiges Vibrieren der Luft. Man hörte in diesem Klang die Ewigkeit des Gesteins und erfuhr in diesem Moment, dass der Tunnel ein Nichts ist, im Vergleich zum Berg. Dann spürte man die Größe des Projektes und die eigene Bedeutungslosigkeit.

 

Der Klang des Zuges

Der Klang des Tunnels ist heute anders. Laute Gespräche, Lachen und Fachsimpeln füllen die Luft im Großraumwagen der SBB. Unser Zug nähert sich dem Nordportal. Dort gibt es einen Fahrbahnwechsel: vom Schottergleis auf eine, wie sie es nennen, Feste Fahrbahn. Diese Fahrbahn ist ein Schienenband von Weltklasse, in Beton gegossen, so genau wie kein anderes. Gleich fährt der Zug in die Röhre. Gibt’s dann einen Knall? Nein. Spürt man Druck bei der Einfahrt? Nein. Statt dessen ertönt Applaus von Frauen und Männer um mich herum, die stolz sind auf ihren Beitrag zum Gelingen. Neben mir sitzen Experten für Telekommunikation und messen die Stärke des Mobilfunknetzes. Sie wollen den Beweis erneut haben, obwohl die Funktion schon viele Male überprüft wurde. So sind die Leute hier, sie leben ihren Beruf. Ich sende ein Video-Tweet mit LTE-Geschwindigkeit aus einem Zug mit Hochgeschwindigkeit in die digitale Welt. Beeindruckend.

Der Klang des Projektes

Der Klang des Gotthard ist heute hypnotisch, wenn man sich von der Aufregung der Passagiere entfernt. Genauso wie das Bild, das man sieht. Danke Simon Geisler für das Wort. Die Lichtstreifen rühren von runden Lampen der Notbeleuchtung, verwischt durch die Geschwindigkeit des Zuges. Der wird dann langsamer, wir erreichen Bodio, alles aussteigen, fertig. Mein erster Gedanke: „So schnell? Und dafür der ganze Aufwand? Dafür Milliarden und 17 Jahre Bauzeit?“ Exakt. Dafür. Für unglaublichen Fahrkomfort, als ob der Zug schwebt.
Der Kontrast: Während ich diesen Blog schreibe, schraubt sich der Interregio weiter zum Gotthard-Scheiteltunnel hoch, in jeder Kurve rutscht mein Notebook zur Seite.
Und soviel Aufwand für Geschwindigkeit und Naturschutz. Der Klang des Gotthards ist eben auch der ungeheure Lärm von Güterzügen und 40-Tonnern auf der Straße. Die werden, jedenfalls zum größten Teil, in den Tunnel verbannt.

 

Der Klang des Dankes

Diejenigen, die um mich herum im Festzelt sitzen, schätzen Ernsthaftigkeit wenn es um ihre Arbeit geht. 2000 Planer, Ingenieure, Monteure und Projektverantwortliche haben die vergangenen Jahre mit und im Tunnel verbracht. Ihre Aufgabe war, so genau wie möglich zu arbeiten, damit nichts Unvorhergesehenes geschieht, bei Tempo 250 in der Röhre. Sie sind dabei bescheiden geblieben und freuen sich, als ein Gerücht die Runde macht: Die Doris kommt! Gemeint ist Doris Leuthard, Bundesrätin für Verkehr, die Schweizer Verkehrs-Ministerin. Sie war gestern schon am Gotthard, begleitete die Staatsgäste bei der offiziellen Eröffnung. Jetzt bedankt sie sich: schnörkellos, authentisch, in Schwyzerdütsch. Und dann hört man einen neuen Klang am Gotthard: Standing ovations für eine Ministerin, von Menschen, die Danke sagen fürs Dankesagen.

Der Klang des Gotthard

Der Klang des Gotthard, das sind auch die Wasserfälle direkt am Bahnhof von Biasca. Wer in Zukunft schnell von Mailand nach Zürich fahren will, wird ihn verpassen. Ebenso das Schleifgeräusch der Waggonräder auf den Schienen der Wendetunnel, wenn sich der Zug bei Giornico mühsam in die Höhe schraubt. Das muss man mögen wie das Kratzen von Vinyl-Schallplatten, in Zukunft nur noch ein Genuss für Liebhaber. Ich werde ihn vermissen und freue mich gleichzeitig auf die  schnelle Verbindung nach Mailand. Bald von Zürich aus in gut zweieinhalb Stunden. Ein neuer, cooler Klang.

 

Koenigsfilm am Gotthard-Basistunnel

7 Jahre filmen im Tunnel – Die Gotthard-Chronik

Teil 1: Jagd auf den Betonzug und ewige Dunkelheit

Am 1. Juni wird der Gotthard Basistunnel eröffnet. Der längste Eisenbahntunnel der Welt hat Tausende von Menschen beschäftigt – als Planer, Bauherren, Ingenieure, Projektleiter, Monteure und auch als Filmemacher. Ohne Übertreibung: Der Gotthard hat mein Leben in den vergangenen 7 Jahren mitbestimmt. Deshalb wage ich es, meine Erfahrungen mit dem Gotthard zu berichten. Heute und in einer Woche mit dem zweiten Teil.

28. September 2009
Regentropfen werden zu silbernen Streifen, der Fahrtwind zieht sie horizontal über die Scheiben. Unser Zug hetzt über das Gleis, Ziel ist Paris. Im Bordbistro stapeln sich Lichtkoffer und Stativtaschen. Wir sind auf dem Weg zu einer Fabrikhalle. Von diesen Hallen gibt es Millionen auf der Welt, aber nur eine, in der etwas gebaut wird, was es vielleicht nie wieder geben wird: ein Betonzug. „Hört sich simpel an, ist es aber nicht!“ Mit diesem Satz leitet Projektleiter Detlef Obieray unser Meeting ein. Obieray ist Ingenieur. Ein offener, sympathischer, zielstrebiger Mann mit dem Glauben an Ziele und die Wirkung guter Kommunikation. Deswegen will er den Film. Man hat ihm davon abgeraten: zu kompliziert, bringt nichts, kostet nur Geld. Nach Fertigstellung des ersten Films werden sie uns anrufen und sagen: „Wir wollen genau das, was er hat!“ Obieray weiss: Ein best-practice-Film zu diesem Jahrhundertprojekt wirkt nach Außen und nach Innen. Am Tisch des Bordbistros im TGV auf dem Weg nach Paris bekritzeln wir Servietten, entwickeln, verwerfen, und uns beiden ist klar: Dieses Filmprojekt wird uns noch Jahre beschäftigen.

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Gelb, gelb, gelb. Wohin man sieht: gelbe Waggons. Und Schweiss. Und Schweissgeräte. Männer mit tätowierten Oberarmen, in Overalls, mit Schutzbrillen, und – alle tragen einen Helm. Daran kommt hier keiner vorbei. Auch nicht der Kameramann. Sie nennen es „Zero Harm“. Eine Kampagne, die Unfallrisiken minimieren soll. Wir stellen uns darauf ein, bauen für den Tonmeister einen Kopfhörer passgenau in den Helm ein. Hier also wird das Monstrum gefertigt – insgesamt 500 Meter lang, ein Betonwerk auf Rädern. In Einzelteilen steht er da. Unbegreiflich, wie diese Waggons eines Tages frischen Beton im Tunnel produzieren sollen. Für die Ingenieure von Balfour Beatty Rail und Alpine ist das keine Frage.

26. November 2009
Wir können das natürlich, schnell einen Dreh organisieren. Im November 2009 ist es allerdings sehr knapp. Wir müssen wieder nach Frankreich. In 24 Stunden werden die Waggons des Zuges auf die Chassis gesetzt, um sie dem drohenden Zugriff französischer Behörden auf den Hersteller zu entziehen.
Filmisch gesehen keine Riesenaufgabe, dokumentarisch aber ein must-have. Niemand von uns kann gut genug Französisch sprechen, um der Kran-Crew zu erklären, welche Bilder wir brauchen. Da die Herren sich aber ohnehin mit Zeichensprache verständigen, übernehmen wir das Vokabular. Zeigefinger zum Himmel, drehende Handbewegung: Anheben! Handflächen flach ausgestreckt und mehrfach überkreuzen: Stopp!

17. März 2010
Wir fühlen uns wie Tierfilmer. Wir liegen auf der Lauer. Leider nicht im Tarnzelt bei 25 Grad, sondern auf einer viel befahrenen Brücke in Basel. Es ist kalt. Wir wissen nicht, wann er kommt. Wir wissen nur: Hier muss er durch, hier gehts zum Zoll. Der Blick von der Brücke reicht bis in den SBB-Bahnhof. Dort gibt es eine Kurve, und wenn wir dort gelbe Waggons sehen – ist es eigentlich schon zu spät! Dann erst die Kamera starten und den Record-Knopf drücken, würde uns zu viel Zeit kosten. Wir haben nur eine Kamera dabei, die den Zug auf den vor uns liegenden 1000 Metern in unterschiedlichen Einstellungsgrößen filmt, damit wir schneiden können. Jetzt müssen wir tricksen. Zwei Mann warten im Café und erholen sich von der Kälte, der dritte bleibt an der Kamera. Wir filmen mit Picture Cache. Die Kamera nimmt permanent auf, speichert aber nur die letzten zwei Sekunden. Wenn wir den Zug sehen, müssen wir nur auslösen und haben die zwei Sekunden davor auch gesichert.

18. März 2010
Zum Glück gehört der Schweizer Güterverkehr zu den bestorganisierten Verkehrsunternehmen weltweit. Das muss auch so sein, sonst würde man den Verkehr nicht reibungslos über Rampen und durch Wendetunnel zum Gotthard-Scheitelpass hinaufbringen. Stimmt: Wir sind wieder Tierfilmer, diesmal aber mit einem Timeslot für den Zug ausgerüstet. Danke SBB Cargo! Ein Zeitfenster hilft aber nicht dabei, sich in Wassen zu orientieren. Der Ort ist berühmt für seine Tunnel und Schleifen, die die Gleise hier ziehen. Unser Kameramann hat zwar den perfekten Standort gefunden, fragt aber immer wieder: „Also nochmal: Wie kann der Zug nach Süden fahren, wenn er Richtung Norden aus dem Tunnel kommt?“ Er kann. Das Geheimnis sind Spiraltunnel im Berg, durch die der Zug Höhe gewinnt. Das Ansitzen hat sich dann gelohnt. Der Betonzug erreicht den nördlichen Aufstieg zum Gotthard-Pass, fährt hinauf. Kaum noch sichtbar in der letzten Einstellung. Drehschluss.

24. Juni 2010
Der Pilot kommt aus der Nähe von Thun. Er fährt so Auto wie er fliegt: schnell und präzise, pünktlich am Set. Er wird angemessen bezahlt, mit einigen Tausend Schweizer Franken am Tag. Dafür bleibt sein Fluggerät aber länger in der Luft als alle anderen. Und das brauchen wir heute, an diesem strahlend schönen Tag in Biasca, im Tessin. Wir filmen den Betonzug an seinem Einsatzort und wir fliegen um seine Dimensionen zu zeigen. Der Pilot bringt noch einen mit: den Fotografen. Und sie haben einen Oktokopter am Start, eine Drohne mit acht Propellern. Wir produzieren hier mit einem der ersten Drohneneinsätze in der deutschen Filmproduktion und haben sicherheitshalber noch eine zweite Kamera am Boden. Aber das Drohnenteam ist Weltklasse: Dionys und Davide fliegen inzwischen Live-Bilder bei Skirennen. Hier am Installationsplatz arbeiten sie sich mit jedem Anflug dichter heran an das perfekte Bild. Deswegen zählt jede Minute, die der Akku länger hält. Schaulustige kommen, Arbeiter, Ingenieure, alle beeindruckt vom Aufwand, mit dem wir versuchen, ihre Ideen und ihre Arbeit adäquat abzubilden.

10. Dezember 2010
Der Wecker klingelt, aber das hätte er sich sparen können. Ich bin schon wach. Wie immer vor wichtigen Drehtagen schlafe ich halbstundenweise. Heute Nacht müssen wir pünktlich raus. Endlich geht es los: Unsere erste Schicht im Gotthard Basistunnel. Es ist vier Uhr morgens, nur in drei Zimmern im Hotel Nazionale in Biasca brennt Licht. Wir werfen uns in die Kluft: baustellensicherheitsrotorangene Hose, gleiche Farbe fürs Polohemd, darüber Fleece-Jacke und darüber Shell mit Reflektorstreifen. Der Kameramann hasst sie. Fällt Licht im falschen Winkel darauf, sehen Arbeiter im Tunnel aus wie verirrte Zebras im Fernlicht. Dann noch den Helm greifen. Der Installationsplatz liegt dunkel im Tal. In seinem Restaurant nah bei den Arbeiterunterkünften ist Hochbetrieb. Die 25 Männer, die mit dem Zug gleich kilometerweit in den Tunnel fahren, frühstücken wie die Wrestler: Eier, Speck, Rührei, Brote, Milch, Joghurt und Liter von Kaffee. 12 Stunden harte Arbeit liegen vor ihnen. Wir greifen auch zu, Lunchpakete müssen mit, denn es gibt kein Zurück. Wer rein fährt bleibt im Berg, bis die Schicht zu Ende ist. Umgekehrt: „Schnell mal was aus dem Kamerawagen holen“ geht nicht. Der Gotthard ist ein strenger Lehrer. Was am Ende fehlte, war genug Trinkwasser.

Früher Abend: Der Personenwagen mit der Frühschicht erreicht den Tunnelausgang. Nichts tut sich. Es bleibt dunkel. Nein, es wird noch dunkler. Die Baubeleuchtung in der Röhre suggerierte wenigstens eine Idee von Tag. Aber der ist schon lange vorbei. Wir sind einigermaßen erschöpft, voller Adrenalin und können nicht runterfahren: Diskussion um den shot-of-the-day und die Learnings für morgen. Die Männer auf der Bank gegenüber haben schon abgeschaltet. Sobald der Personenwagen sie im Tunnel aufnimmt, beginnen viele zu schlafen, andere starren Löcher in die staubige Luft. Für uns ist es heute Abend nur mit Duschen nicht getan. Unser Equipment braucht Pflege. Der Staub ist Gift für die Elektronik. Das Hotelzimmer wird zur Werkstatt. Dann packen wir und bereit uns vor für Morgen: den nächsten Drehtag im Gotthard Basistunnel. Zwei liegen noch vor uns. Der Respekt für die Arbeiter, die das 10 Tage am Stück und über mehrere Jahre hinweg durchziehen, ist gewaltig.

In Teil 2 in der kommenden Woche: Die Millimeter-Männer, Schweizerwerden, Sonnenbrand im Tunnel, Die Gotthard-Umarmung, Excellence-Award.

Content Marketing - Wem das Schaf den Weg weist

Content Marketing – Wem das Schaf den Weg weist

Was Content Marketing 2016 von seinen Agenturen fordert

Paradox: Der Beginn der Umwälzungen im Content Marketing liegt im Jahr des Schafes. Im Jahr der Ruhe, der Harmonie und Kreativität – glauben jedenfalls die Chinesen und dauert noch bis zum 7. Februar. Vielleicht stimmt das Ja(hr), denn: Kein radikaler Wandel im Content Marketing ohne die innere Beteiligung der Agenturen und Dienstleister, Mitarbeiter, Führungskräfte und Agenturchefs. Geheult wird schließlich genug: „Uihuihuih, was kommt da auf uns zu!“ Besser gewusst haben es schon viele: „Das habe ich doch schon immer prophezeit!“. Ursachen sind schnell erkannt: „Auslöser sind die Konsumenten“. Ich meine: Diese Haltungen sind konservativ, weil sie die eigene Grundausrichtung nicht in Frage stellen. Was gerade auf Dienstleisterseite im Content Marketing geschieht ist zwar keine Disruption, aber ein Wandel, dessen Radikalität alles in Frage stellt und der vor allem – von uns selbst ausgehen muss! Wenn nicht, ist es schnell zu spät. Bei uns war 2015 der Zeitpunkt mit dem Schaf gekommen, Zeit für eine persönliche Einschätzung.

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Content Promotion beherrschen

Dieses Jahr hatte schon im Vorfeld einen brutalen Aufschlag. Thema: Content Promotion. Wir mussten mit ansehen, wie Filmproduktionen nicht mehr die Reichweiten der Vorjahre erzielten, obwohl sie qualitativ besser waren. Der Wettbewerb um die Zuschauer hatte zunächst schleichend und unbemerkt leichte Erosionsspuren hinterlassen, dann exponentiell gesteigert zugenommen und schlechte Ergebnisse verursacht. Ein Klassiker: Erst merkst Du nichts, kurz danach hast Du ein blaues Auge.
Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: Wer Content produziert, muss nicht nur für erfolgreiche  Distribution, sondern auch Promotion sorgen. Das können wir jetzt inhouse leisten, ebenso wie den Schritt danach: konvertieren.

Zum eigenen Kunden werden

Zu Beginn des vergangenen Jahres drängte sich bei uns eine Fragestellung in den Vordergrund: Wieviel Content Marketing benötigen wir selbst, um unsere Ziele zu erreichen? Die Schätzungen gingen weit auseinander, das Ergebnis unserer Researcher war eindeutig: reichlich. Plötzlich waren wir umgeben von neuen, hausinternen Projekten, die Geld kosten und deren ROI wir schon im Voraus so genau wie möglich berechnet haben wollten: neuer Webauftritt, Social Media, Blog. Mit der Entscheidung für diese Projekte wurden wir in der gleichen Sekunde unser eigener Customer, führten uns selbst durch die Journey und können uns nun guten Gewissens weiter empfehlen. Wir erfanden uns neu und bauten neu auf: Content war da, Strategie stand, Produktion lief und läuft kontinuierlich, und Performance sichern wir ab. Es entstand eine Kultur des permanenten Infragestellens. Die können wir jetzt moderieren, aufrechterhalten und jedem weiter empfehlen.

Tanker sein oder Katamaran

Die Welt des Content Marketing in Deutschland hat 2015 zunächst die Elefantenhochzeit von Burda Creative plus KircherBurkhardt gesehen, danach folgten sogar zwei Dinosaurierhochzeiten: Medienfabrik Gütersloh plus G&J CE, außerdem Edelmann plus Ergo. Unserem eigenen Geschäft als schneller, agiler Dienstleister soll diese Konzentration in Zukunft nicht schaden. Gegen Mitte des Jahres mussten wir uns deswegen erneut in Teilen abschaffen und neu erfinden. Unsere Welt ist digital, die Welt unserer Kunden ist es aber nicht nur. Das gesamte Spektrum des Content Marketing und Corporate Publishing decken wir jetzt zusammen mit unseren Partnern ab. Ich glaube die Zukunft der Agenturen liegt in der Entscheidung: Tanker sein oder Katamaran-Flotte, Big Player oder agiles Spezialistennetzwerk. Eindeutig, wer schneller ist. Wer besser ist, wird man sehen. Das hängt auch davon ab, ob die interneren Teams mitziehen, ob jeder Einzelne bereit ist, sich selbst neu zu erfinden.

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Den Feueraffen raus lassen

Am 8. Februar beginnt das Jahr des Feueraffen, geprägt von Ansporn, Siegeswillen und dem Anspruch, jede zwischenzeitliche Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Das glauben jedenfalls die Chinesen. Viel Erfolg also in 2016! Und gern schon ab dem 1. Januar.

4 Fragen die weiter bringen

Die Fragestellung für 2016 erscheint übersichtlich: Wo ist Deine schwächste Stelle? Was wäre, wenn Dich dort jemand angreift? Kannst Du Dich selbst dort angreifen? Bist Du bereit, Dich grundsätzlich in Frage zu stellen und neu zu erfinden?

Was glauben Sie? Was fordert Content Marketing von seinen Agenturen?
Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf eine Diskussion.

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Film-Klassiker & Content Marketing Teil 2

10 Film-Klassiker, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte

Teil 2 – Von Helden, Schönheit und Mut

 

Abgucken von Hollywood ist erlaubt und kann vielen Filmproduktionen im Content Marketing helfen. Die Budgets sind zwar nicht mit denen der Film-Klassiker zu vergleichen, Kreative und Produzenten arbeiten aber genauso engagiert für einen erfolgreichen Film. Sie nutzen die gleichen Prinzipien. Im ersten Teil präsentierten 5 Film-Klassiker die Themen Timing, Plots und Szenenbild. Hier die nächsten 5 herausragenden Filme, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte.

Helden – Slumdog Millionaire

Jeder Film braucht einen Helden. Mit Held ist kein Krieger gemeint. Ein Held kann auch ein Stotterer sein („The Kings Speech“). Die Reise des Helden ist Teil der besten Geschichten in allen Kulturen. Egal ob in Berlin oder Bombay. Und wenn dann noch die perfekt passende Dosis Pathos dazu kommt, entsteht daraus ein erfolgreicher Film wie „Slumdog Millionaire“. Aus dem Slum in die Bettelbande, von dort in die TV-Show – Jamal hungert, wird gefoltert, verprügelt, getreten, und schlägt sich durch, bis er die Liebe seiner Kindheit wieder findet: Latika. In diesem Moment ist die Heldenreise beendet, wie der Film, der aus vielen Miniatur-Heldenreisen besteht. In einer wird Jamal in Sekunden vom Straßenjungen zum gut verdienenden und cleveren Tour-Guide…

Sound – Matrix

Dieser Film ist berühmt für die Bullet-Time-Effekte. Kampfszenen in denen Neo und Agent Smith waagerecht in der Luft stehen bleiben, während die Kamera um sie herum fährt. Daran erinnert sich jeder Zuschauer, der „Matrix“ gesehen hat. Erinnert man sich an Soundtrack, Sound-Design und Ton-Schnitt? Eher nicht, obwohl es den Sound-Designern gelang, das Geräusch fliegender Pistolenprojektile zu „verbiegen“, identisch zum biegen der Zeit in den Bullet-Time-Szenen. Man kann sogar behaupten: Der Sound macht den Film. Wer’s nicht glaubt, sehe sich diese Szene ohne Ton an… Zwei Oscars verlieh die Academy für „Bester Tonschnitt“ und „Bester Ton“. Selbstverständlich nicht nur für die großen Effekte, sondern für den Gesamteindruck. Dazu gehören eben auch Details die nicht teuer sind, aber den Unterschied machen, wie das Unheil verkündende Rascheln der Zeitung im U-Bahnhof…

Zeit – Der Pate

Drei Minuten lang ist die Eröffnungseinstellung dieses Films. Drei Minuten ohne Schnitt. Drei Minuten lang erzählt ein italienischer Geschäftsmann vom Schicksal seiner Tochter, die überfallen wurde. Am Ende flüstert er dem Paten seinen Rachewunsch ins Ohr. Drei Minuten. Ohne Schnitt. Zeit bekommt eine neue Dimension in Francis Ford Coppolas „Der Pate“. Er nutzt sie aus bis zum letztmöglichen Moment. Die scheinbar nicht endende Kamerabewegung zieht den Zuschauer förmlich in das Geschehen hinein. Handbewegungen in dieser Einstellung sind spärlich und langsam und verstärken den Sog. Zum Zeitpunkt des Umschnitts auf das Gesicht von Don Corleone kommt man schon nicht mehr von diesem Film los…

Schönheit – Tiger and Dragon

Ästhetik ist das Werk des Director of Photography. Peter Pau heisst der Mann, der „Tiger and Dragon“ zu dieser Schönheit verholfen hat, und damit einen Oscar gewann. Der Film von Ang Lee ist eine Komposition anmutiger Bildern, die sogar Kampfszenen zu Gemälden machen. Dabei beeindruckt der Film nicht durch üppige Ausstattung wie das „Grand Budapest Hotel“. Im Gegenteil. Die Reduktion auf das Notwendige macht die Kameraarbeit noch wichtiger. Martial-Arts-Ästhetik, schwebende Kämpfer, fliegende Schwerter, fliessende Bewegungen: Beeindruckend wie die Kamera ein Teil dieser Welt wird, wie sie Sinnlichkeit und Schönheit multipliziert. Und das unaufdringlich, als gäbe es sie nicht. Die Originalversion in Chinesisch ist eine der schönsten Kampfszenen im Film …

Mut – Russian Ark
Sie hatten noch einen Versuch. Für eine Kamerafahrt reichte die Kapazität des Festplattenrekorders noch. Aber diese Fahrt war lang. Sehr lang. Sie führte in 90 Minuten durch 35 Räume an 1500 Schauspielern und Komparsen vorbei. Ein Film in einer Einstellung, in einer Streadicam-Fahrt – so etwas hatte noch niemand gewagt. „Russian Ark“ ist der erste Spielfilm, der in nur einer Einstellung gedreht wurde. Solch eine Produktion erfordert ungeheuren Mut und handwerkliche Präzision, um das Risiko beherrschbar zu machen. Ohne Mut keine herausragenden Filme.„Russian Ark“ verlangte penible Arbeit in der Konzeptionsphase und Produktionsvorbereitung. Regisseur Alexander Sokurow und Kameramann Tilman Büttner („Lola rennt“, „Der Untergang“) mussten nicht nur ein passendes Drehbuch für einen Film ohne Schnitt entwickeln. Sie mussten für den Film ohne Schnittmöglichkeit viel Lichttechnik verstecken. Proben in der Eremitage in St. Petersburg gab es nicht. Am Tag des Drehs musste alles funktionieren…

 

Was Content Marketer von Film-Klassikern lernen können:

– Helden inszenieren, egal ob Menschen oder Produkte
– Sound gestalten, der pusht jeden Film
– Zeit nutzen, dehnen oder komprimieren
– Schönheit wollen, und so produzieren
– Mut haben, und auf den des Kunden hoffen

Interesse an Teil 1 zu Szenenbild, Plots und Timing?
Welche Film-Klassiker würden Sie empfehlen? Schreiben Sie mir.

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Film-Klassiker und was man im Content marketing daraus lernen kann

10 Film-Klassiker, die jeder Content Marketer gesehen haben sollte

Teil 1 – Von Timing bis Szenenbild

Filmproduktionen im Content Marketing haben nicht das Budget der Film-Klassiker, dafür aber genauso engagierte Kreative und Produzenten an ihrer Seite. Und die erreichen ihre Erfolge nach den gleichen Prinzipien. Abgucken von Hollywood ist erlaubt und hilft.

Timing – One, Two, Three

Timing ist nicht alles, aber hilft jedem Film. Wenn jemand uns Nachhilfe in Timing geben darf, dann Hanns Lothar und James Cagney in „Eins, Zwei, Drei“. Sie spielen, wie der Titel es verlangt. Die Dialoge sind auf den Punkt geschrieben und von den Schauspielern mit dem Glanz perfekten Timings versehen. Und Timing ist nicht nur Tempo. Legendär der Auftritt von Schlemmer. Der Film ist ein Meisterstück von Billy Wilder, denn die Rasanz zieht sich durch den ganzen Film. Ein Coca-Cola-Geschäftsführer versucht in Berlin die Tochter seines Bosses davon abzubringen, einen Kommunisten zu heiraten. Zunächst muss sich der Manager aber an Deutschland im Jahr 1961 gewöhnen…

Brüche – Skyfall

Dass Helden zu Beginn eines Films sterben, funktioniert nur bei Game of Thrones. Und dann auch nur, weil schon neue Helden aufgebaut sind. Darf James Bond sterben? Nein. Oder besser: zumindest nur vorübergehend. In „Skyfall“ glaubt man nur Sekunden daran, dass Bond tot ist. Er wird auferstehen, irgendwie. Aber wie? 007 kehrt zurück als Trinker, der zu langsam für den Job geworden ist und die Tests beim MI6 nicht besteht. Peinlich. Und deswegen großes Kino. Unversehrte Roger-Moore-Gesichter nach einer minutenlangen Schlägerei kann kein Publikum mehr sehen. Ein Held ist erst dann einer, wenn er etwas verliert, wenn er einen Preis zahlen muss, wenn er – Brüche hat. Und es uns zeigt …

Plot – Pulp Fiction

Plot. Man könnte auch sagen: Überraschung. Der Plot verändert die Vorstellung der Zuschauer davon, wie sich die Story weiter entwickelt. Jeder Film hat Plot-Points, aber auch jede gute Szene. Die Story ändert danach ihre Richtung hin auf ein bisher unbekanntes Ziel. Genauso wie Jules und Vincent in „Pulp Fiction“ ihr Fahrtziel ändern müssen. Schuld daran ist ein Hubbel in der Straße. Und diese Bodenwelle wiederum ist Schuld am Tod von Marvin, einem Komplizen. Und wenn ich so weiter schreibe, entsteht nie ein Plot-Point. Deswegen hier ein Ausschnitt aus einem grotesken Film, dem wir aber immer glauben, weil Quentin Tarrantinos absurde Plots die Story permanent in eine unerwartete Richtung treiben…

Dramatisierung – All the President’s Men

Knarzende Kellertreppe in einem schaurigen Motel – ist spannend. Duell in der Westernstadt – spannend. Riesenwelle vor Fischkutter – auch spannend. Aber eine Unterhaltung in einem Parkhaus? Ein Film über zwei Journalisten holt vier Oscars?! Wie ist das möglich? Weil „All the President’s Men“ fast ohne Dramatisierung auskommt, und dennoch Spannung aufbaut – durch fein dosierte Inszenierung. „Just follow the money!“ raunt Deep Throat in der Tiefgarage. Sein Gesicht sieht man nie. Dennoch entsteht eine knisternde Spannung. Schafft es Journalist Woodward den entscheidenden Tipp vom Informanten zu bekommen, um die Machenschaften der Republikaner im Wahlkampf aufzudecken? Als der Film 1976 Premiere hatte, waren Watergate, Washington Post, Woodward und Bernstein schon Legende. Und dennoch ist „Die Unbestechlichen“ spannend bis zum Schluss. Wie Journalismus eben sein kann, wenn man auf Mätzchen verzichtet, wo sie nicht passen…

Szenenbild – Grand Budapest Hotel
„Our task was to find a great old hotel, and build a production around that“, sagt Wes Anderson über die Produktion des „Grand Budapest Hotel“. Das grandiose Szenenbild und Kostümdesign entführt in eine eigene Welt und ist made in Görlitz, Germany. Szenenbild im Content Marketing? Ja. Das Prinzip bleibt, egal wieviel Budget im Spiel ist. Ein gut überlegtes Szenenbild unterstützt die Botschaft des Films oder zerstört sie. Allein das Aufräumen des Vorstandsschreibtisches im Hintergrund eines Interviews kann das Szenenbild erheblich verbessern. Für das „Grand Budapest Hotel“ ist Anderson natürlich den entgegen gesetzten Weg gegangen. Welchen, erklärt er selbst…

Was Content Marketer von Filmklassikern lernen können:
– Timing etablieren, im Bild und in der Montage
– Brüche erlauben, die machen das Publikum neugierig
– Plots entwickeln, am besten mehrere
– Dramatisierung überprüfen, weniger ist mehr
– Szenenbild beachten, auch ohne Budget

In der kommenden Woche Teil 2 mit Helden, Filmmusik, Schönheit, Mut und Zeit
Welche Film-Klassiker würden Sie empfehlen? Schreiben Sie mir.

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Zukunft Video

7 Antworten zur Zukunft von Video im Content Marketing

Die Zündung der Disruption wird vom Erzählen kommen

 

Das disruptive im Bewegtbildmarkt wird nicht von der Technik getrieben.
Es wird aus der Kreation kommen, es ist sogar schon da, aber keiner merkt es. Dazu später mehr. Zunächst aber die Frage: Warum merkt es kaum jemand?

Antwort Eins. Die Zukunft sind Kooperationen mit Teams aus Experten.
Dienstleister und Agenturen, die ursprünglich aus der gedruckten Welt des Corporate Publishing kommen, verfügen nicht über ausreichend Know-how für den Bewegtbildeinsatz im Content Marketing. Wie sollten sie auch. Woher sollte das Wissen kommen? Kein Filmregisseur würde es wagen dem Chefredakteur eines Magazins Tipps zu geben, kein Filmproduzent würde einem Verleger sagen, wie man eine Zeitung macht.
Umgekehrt erleben wir das aber leider im Content Marketing. Die Erklärung ist einfach. Jeder der Filme sieht, glaubt auch zu wissen, wie man sie macht. Dadurch werden die Filme schlechter und die Auftraggeber nicht schlauer. Leider. Dennoch sehe ich eine Entwicklung. Kunden kommen auf uns zu und sagen: „Macht uns fit! Bringt uns mindestens die Basics bei. Damit wir Euch Kreative verstehen. Dann verstehen wir vielleicht, warum man erst ein Drehbuch braucht um eine Produktion zu kalkulieren. Und wozu ein Grader gut ist!“ Also zusammengefasst: Immer mehr Content Marketing Dienstleister sind bereit zu akzeptieren, dass sie nicht alles (wissen) können. Die Zukunft sind Kooperationen mit Teams aus Experten.

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Auf den Medientagen in München in der vergangenen Woche haben wir unter dem anachronistischen Titel „Kein Content Marketing ohne Bewegtbild?“ diskutiert und die Frage beantwortet, ob Bewegtbild schon zum Medienrepertoire des Content Marketing gehört.

Antwort Zwei. Wer Film nicht nutzt, verliert an Boden.
Ja, natürlich. Und wenn nicht, liegt das nicht an der Qualifikation des Mediums für eine erfolgreiche Kommunikation. Wenn nicht, müssten sich Kunden und Agenturen fragen: Wie lange können wir es uns noch leisten darauf zu verzichten? Ich will hier keine Zahlen anführen zum Thema warum Bewegtbild wirkt. Die kennen wir alle. Die sind eindeutig. Wir müssen gleichzeitig aber auch fest stellen: Bewegtbild kann nicht alles. Wer das Gegenteil behauptet, arbeitet unseriös. Beispiel Recruiting. Eine Stellenanzeige, egal ob analog oder digital, kann man durch Film nicht ersetzen. Warum? Weil es langweilig ist, sobald Film Dinge kommunizieren soll, für die er nicht gemacht ist, nämlich eine faktische Beschreibung. Sobald Emotion ins Spiel kommt, sobald Geschichten erzählt werden müssen, ist Film der Champion. Insofern hat Video seinen festen Platz im Medienrepertoire des Content Marketing. Wer Film nicht nutzt, verliert an Boden.

Na, dann lassen wir schnell noch einen Film machen, ist dann oft die Denke. Wenn noch Budget übrig ist? Wieso nicht? Vorsicht, hier wird Geld verbrannt. Wurde Video denn nicht schon beim Aufsetzen der Content Strategie mit eingeplant?

Antwort Drei. Bewegtbild-Agenturen schon beim Aufsetzen der Content Strategie an den Tisch holen.
Meine Gegenfrage: Gibt es denn eine Content Strategie beim Kunden? Das wissen wir ja aus Umfragen z.B. des Content Marketing Forum cmf: Viele Unternehmen brauchen da Unterstützung. Und natürlich wird Video inzwischen eingeplant. Leider aber oft für die falschen Aufgaben. Auch hier stellen wir fest, dass Kunden und auch Agenturen zu wenig über die Möglichkeiten von Bewegtbild wissen. Wir Film-Produzenten wissen aber ganz genau, an welcher Stelle der Customer Journey welches Video-Format erfolgreich ist. Man muss uns nur früh genug mit an den Tisch holen.

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Dienstleistern und Auftraggeber im Content Marketing wollen messbare Ergebnisse. Und sie wollen Erfolg! Lassen wir mal die KPI-Definitions-Diskussion beiseite. Sind denn Content Distribution und Promotion überhaupt eingeplant?

Antwort Vier. Wer Zuschauer will, muss in die Promotion einsteigen.
Bei einigen Bewegtbild- und Filmagenturen gehören Distribution und Promotion zum Leistungspaket dazu, bei den meisten aber nicht. Video, Film, Bewegtbild, egal wie man es nennt, sind ja kein neues Medium. Seit es öffentliche Vorführungen gibt, die erste im kommerziellen Kino 1895 in Berlin, entscheiden Zuschauerzahlen. Erfolgsdruck kennen wir, dass unsere Produkte gute Ergebnisse erzielen müssen, sind wir gewohnt. Was wir aber lernen mussten – und insofern sehe ich Video da in einer Reihe mit anderen Medien – ist, dass wir inzwischen den Zuschauer zum Film bringen müssen. Video an sich ist ja keine Content Promotion wie 1895. Video braucht unbedingt Promotion. Insofern haben sich Kreation und Produktion gewaltig verändert, und wir stehen erst am Anfang. „Spray and Pray“ war gestern. Wer Zuschauer will, muss in die Promotion einsteigen.

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Distribution und Promotion müssen natürlich einer Strategie folgen und verursachen Aufwand und Kosten, die ab heute als notwendiger Teil der Produktionskosten angesehen werden sollten. Ohne Kamera kein Bild, ohne Promotion keine Zuschauer. „Dann wird Bewegtbild ja noch teurer!“ unken diejenigen, die vor jeder Konzeption schon wissen wollen, wieviel ein Film kostet.

Antwort Fünf. Den Aufwand für eine Produktion können wir präzise bestimmen.
„Ich mach’ Ihnen das kostenfrei“, ist meine Antwort. Jetzt und hier, oder dort, von wo Sie mich erreichen. Dann hole ich meine 4K-Kamera raus und los geht’s (ist ein iPhone 6s). Eine Einstellung, Schuss, fertig ist das Video. OK. Sie möchten noch eine andere Einstellung. Machen wir. Ach, und auch noch einen Schuss vom Firmengelände, Tonstudio, Krankenhaus, oder der Großbaustelle. Da kommen wir dann in die Kosten. Drei Einstellungen benötigen mehr Zeit und müssen montiert werden. Schneiden kann ich im Telefon, ist aber auch Zeitaufwand. Dann möchten Sie noch Musik, Sound-Design und einen Sprecher? Die müssen natürlich bezahlt werden und dann wird klar: eine hochwertige Projektdokumentation ist mit Aufwand verbunden. Den kann man ganz präzise bestimmen, aber nicht vorhersehen. Im Gegensatz dazu. Wir produzieren auch einen Kinospot für 5000 Euro. Kein Problem.

Dann ist ja doch alles nicht so schlimm mit diesem Bewegtbild. Da kann man dann ja auch mal was produzieren lassen. Und je mehr Dienstleister, desto niedriger die Preise, oder? Der Moderator erwartet eine Antwort, die das Wort „Preisverfall“ enthält.

Antwort Sechs. Der Wettbewerb zwingt alle zu gutem Storytelling – Auftraggeber, Dienstleister und Produzenten.
Nein. Kein Preisverfall. Wir beobachten Verschiebungen. Auf zwei Ebenen. Erstens: Tatsächliche Produktionskosten. Wir wissen alle: Es gibt immer einen, der es billiger macht. Ob man den engagieren will ist die Frage. Die stellt jemand spätestens dann, wenn die Nachträge kommen. Die Verschiebung zeichnen sich hier insofern ab, dass die Anzahl der Aufträge mit kleinen Budgets zunimmt auf die sich immer mehr Dienstleister stürzen. Die Anzahl der Aufträge mit mittleren Budgets schmilzt ab, Produktionen mit größeren Budgets nehmen zu. Das mittlere Segment wird langsam wie zwischen Mühlsteinen zermahlen.
Zweitens. Verschiebungen gibt es innerhalb der Budgets. Mehr Wert wird inzwischen auf erstklassige Konzeption gelegt. Dort wandert der Aufwand hin, der zum Beispiel im Technikbereich gespart werden kann. Insgesamt: Der Wettbewerb im Bewegtbildmarkt zwingt alle zu gutem Storytelling und durchdachter Dramaturgie – Auftraggeber, Dienstleister und Produzenten.

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Das disruptive im Bewegtbildmarkt wird also nicht von der Technik getrieben. Technische Entwicklungen haben immer geholfen, unsere Geschichten schöner-besser-anders zu erzählen. Das disruptive Element wird aber von den Kreativen kommen. Warum?

Antwort Sieben. Filmisches Erzählen wird das disruptive Element der Bewegtbildkommunikation.
„Und dann? Wie wollen wir denn jetzt weiter erzählen?“, sagte der Cutter unbeeindruckt, als ich ihm viele Minuten von supergeilen Flugaufnahmen einer Oktokopter-Kameradrohne auf seine Timeline schütten wollte. Das ist 5 Jahre her und ich kann mich immer noch an diesen Satz erinnern. Vor allem, als ich eines der ersten 360-Grad-Videos ansah, fragte ich mich genau das: Was wollen die mir erzählen? Ist das geil, wenn jemand aus dem Bild geht und ich per Maus die Kamera hinterher schwenken kann? Nein. Was fehlt ist eine kreative Erzählform die die Vorteile dieser Technik nutzen kann. Das ist aber nur ein Beispiel. In 24 Monaten wird es soweit sein. Dann wird aus Video im Content Marketing tatsächlich Film. Weil die kreativen Filmemacher dann den Raum erhalten, anders zu erzählen. Die Voraussetzung dafür ist, das analogische Denken in der Konzeption zu minimieren. Das geht nur mit externen Partnern. Der Verantwortliche des Kunden denkt immer analogisch: „Vor einem Jahr hat’s meinem Chef nicht gefallen, dann wird er’s diesmal wieder killen.“ Das ist der Tod der Kreativität, also auch der Weg in den mainstream, also auch die Position in der Todeszone der kommunikativen Austauschbarkeit, also auch der sichere Misserfolg. Das kann sich niemand leisten in Zeiten, in denen Kommunikation die einzige Möglichkeit ist, austauschbare Produkte gegeneinander abzugrenzen. Deswegen wird zielgenaues, filmisches Erzählen den Markt grundlegend verändern.

Die Zukunft von Video im Content Marketing wird sich an diesen sieben Leitplanken ausrichten:

1. Die Zukunft sind Kooperationen mit Teams aus Experten.
2. Wer Film nicht nutzt, verliert an Boden.
3. Bewegtbild-Agenturen schon beim Aufsetzen der Content Strategie an den Tisch holen.
4. Wer Zuschauer will, muss in die Promotion einsteigen.
5. Den Aufwand für eine Produktion können wir präzise bestimmen, aber nicht vorhersehen.
6. Der Wettbewerb im Bewegtbildmarkt zwingt alle zu gutem Storytelling und durchdachter Dramaturgie: Auftraggeber, Dienstleister und Produzenten.
7. Zielgenaues, filmisches Erzählen wird das disruptive Element der Bewegtbildkommunikation und den Markt grundlegend verändern.

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Bild zu unserer neuen Website

Willkommen auf unserer neuen Website!

Eine neue Website ist wie ein neues Leben. Die Liste der Änderungen hatte ich Anfang April schnell geschrieben: analog, auf einen Notizblock, zehn Punkte, schnell erledigt an Gleis 15 am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Ich ahnte, welche Lawine damit ausgelöst war und dachte: „Egal, machen!“ Eine Woche später saßen wir vor den ersten Layout-Scribbles. Die waren gerade so „Ooh Keh“ und im Raum breitete sich dieses Gefühl aus, das man hat, wenn man weiß: „Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu!“ Ursprünglich wollten wir Layout und Inhalte nur anpassen. Blöd, dass mit jedem kleinen Tuning klar wurde: „Da musst Du ganz bei Null anfangen, so wird das nix!“ Wir mussten uns kurz und heftig schütteln, und dann ging’s los! Ende Mai stimmte dann die Richtung, aber ich musste trotzdem schwer schlucken. Vor uns lag eine Wüste aus Blindtext und die Gewissheit: „Da müssen wir jetzt durch!“ Wir lieben Projekte, die Stehvermögen verlangen und kontinuierliche Verbesserung, Überprüfung und wieder Anpassung. Das wird sich auch nicht ändern, wenn wir heute live gehen. Aber einmal durchatmen ist erlaubt 😉
Und jetzt viel Spaß auf unserer neuen Website!

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